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    Effort-Leiter von low bis max mit markiertem Optimum bei medium, daneben ein geschlossener Verifikations-Loop aus Prompt, Arbeit, Prüfung und Ergebnis
    Zwei Stellschrauben entscheiden über die Qualität: das Effort-Level und ein Loop, den das Modell selbst schliessen kann.

    Wer in Claude Code konstant gute Ergebnisse will, dreht nicht an der Formulierung des Prompts, sondern an drei Dingen: dem Effort-Level, dem Kontext und einer Prüfung, die das Modell selbst ausführen kann. Überdenkt Opus 5 eine lange, komplexe Aufgabe, ist die Lösung meistens kontraintuitiv – nicht mehr Nachdenken, sondern weniger: dieselbe Aufgabe auf «medium» oder «low» Effort lösen lassen.

    Seit dem Release von Opus 5 tauchen dieselben Fragen immer wieder auf: Warum performt das Modell schlechter als sein Vorgänger? Warum ist es so langsam? Warum überdenkt es einfache Dinge? Und warum wurde Claude Code eigentlich langsamer? Für jede dieser Fragen gibt es eine belegbare Antwort – und in fast allen Fällen liegt die Ursache nicht im Modell, sondern in Prompts, Konfigurationen und Gewohnheiten, die aus der Zeit älterer Modelle stammen. Dieser Artikel ordnet die Ursachen und beschreibt das Setup, mit dem wir selbst arbeiten.

    Was hat sich mit Claude Opus 5 konkret geändert?

    Opus 5 ist kein inkrementelles Update, und mehrere Änderungen wirken direkt darauf, wie Prompts wirken:

    ÄnderungAuswirkung auf Ihre Arbeit
    Thinking ist standardmässig aktivDas Modell denkt auf jeder Anfrage selbst über Tiefe und Zeitpunkt; Effort ist die Steuerung dafür
    1 Mio. Token Kontextfenster (Default und Maximum)Lange Sessions sind möglich – aber Kontextdisziplin bleibt entscheidend
    Fünf Effort-Stufen: low, medium, high, xhigh, maxEffort ist zur wichtigsten Kosten- und Latenzsteuerung geworden
    Verifiziert eigene Arbeit ungefragtAlte Verifikationsanweisungen führen zu Über-Verifikation
    Längere Antworten und längere geschriebene DokumenteKürze muss explizit verlangt werden
    Delegiert bereitwilliger an SubagentenOhne Leitplanken vervielfachen sich Kosten und Zeit
    Thinking abschaltbar nur bis Effort «high»Bei «xhigh» und «max» quittiert die API das mit einem 400er

    Die wichtigste Konsequenz steht in Anthropics eigener Dokumentation: Opus 5 setzt zusätzlichen Effort zuverlässiger in bessere Ergebnisse um als jedes frühere Opus-Modell – weshalb die gewählte Stufe mehr Gewicht hat als früher, in beide Richtungen.

    Warum performt Opus 5 schlechter als das Vorgängermodell?

    Weil viele Prompts noch für ein Modell geschrieben sind, das es nicht mehr gibt. Die folgenden fünf Muster waren bei Opus 4.x hilfreich und sind bei Opus 5 aktiv schädlich:

    Muster im PromptWarum es bei Opus 5 schadet
    «Prüfe deine Antwort nochmals», «verifiziere vor dem Antworten»Opus 5 verifiziert ohnehin; die Anweisung addiert sich und erzeugt Über-Verifikation ohne Qualitätsgewinn
    «Füge einen finalen Verifikationsschritt ein», «lass einen Subagenten gegenprüfen»Gleicher Effekt, zusätzlich unnötige Subagenten-Kosten
    «Melde nur schwerwiegende Probleme», «sei konservativ»Wird wörtlich befolgt: Das Modell meldet weniger, als es gefunden hat
    «Halte Antworten unter X Wörtern» im System-PromptHarte Verbosity-Limits kosten messbar Qualität (siehe Postmortem unten)
    Alte Effort-Defaults aus dem VorgängermodellDie Stufen wirken bei Opus 5 anders; Anthropic empfiehlt ausdrücklich einen frischen Effort-Sweep

    Dazu kommt ein Verhalten, das schnell wie «schlechtere Qualität» aussieht: Scope-Erweiterung. Opus 5 fügt Schritte hinzu, die nicht verlangt waren, und wendet eigenes Urteil darüber an, was die Aufgabe eigentlich sein sollte. Bei eng gefassten Aufgaben ist das kein Feature, sondern ein Diff, den niemand reviewen wollte. Die Gegenmassnahme ist eine explizite Scope-Regel im Prompt oder in CLAUDE.md:

    Liefere, was verlangt wurde, im verlangten Umfang. Triff Routine-
    Entscheidungen selbst und frage nur nach, wenn unterschiedliche
    Lesarten zu materiell anderer Arbeit führen würden. Wenn ein
    besserer Weg existiert, sag es in einem Satz und mach dann
    trotzdem das, was verlangt wurde.
    

    Überdenkt Opus 5 – und was hilft dagegen?

    Ja. Und der wirksamste Gegenzug ist, die Aufgabe auf einer niedrigeren Stufe zu lösen.

    Das Muster ist gut dokumentiert: Bei langen, komplexen Aufgaben und hohen Effort-Stufen beginnt das Modell, offensichtlich korrekte Lösungswege zu hinterfragen, zusätzliche Refactorings anzustossen und Änderungen ausserhalb des vergebenen Scopes vorzunehmen. Anthropic beschreibt für die Vorgängermodelle bereits, dass max bei strukturierten oder weniger intelligenzsensitiven Aufgaben zu Überdenken führen kann; unabhängige Benchmarks berichten für Opus 5 bei Coding-Aufgaben ein Leistungsoptimum im mittleren Effort-Bereich, mit abnehmenden bis negativen Erträgen darüber.

    Die Praxisregel: Wenn Opus 5 bei einer langen, komplexen Aufgabe überdenkt, lösen Sie dieselbe Aufgabe auf medium oder low. Das ist kein Qualitätsverzicht, sondern häufig eine Qualitätssteigerung – und spart nebenbei einen erheblichen Teil der Tokens und der Wartezeit.

    Effort-StufeWofür sie gedacht istWann Sie sie wählen
    lowMaximale Effizienz, deutliche Token-ErsparnisKlar umrissene Einzelaufgaben, Subagenten, Klassifikation, schnelle Iterationen
    mediumBalance aus Tempo, Kosten und QualitätDer beste Startpunkt für Routine-Coding und Agenten-Workflows
    high (Default)Hohe FähigkeitKomplexes Reasoning, schwierige Bugs, unbekannte Codebasis
    xhighErweiterte Fähigkeit für LangläuferAgenten-Aufgaben über 30 Minuten, grosse Refactorings, breite Tool-Loops
    maxMaximum ohne Token-BeschränkungNur wenn die Aufgabe unbegrenzten Tokenverbrauch rechtfertigt

    Zwei Details, die regelmässig für Verwirrung sorgen:

    1. Effort ist ein Verhaltenssignal, kein Token-Budget. Auch auf low denkt das Modell bei ausreichend schweren Problemen – nur weniger tief als auf high.
    2. Effort steuert nicht die Antwortlänge. Auf Opus 5 verkürzt ein niedrigeres Effort-Level die sichtbare Antwort nicht zuverlässig. Wer kürzere Antworten will, muss sie verlangen: «Halte Antworten fokussiert und knapp. Halte Disclaimer kurz und verwende den Grossteil der Antwort auf die eigentliche Sache.»

    Ein dritter Punkt betrifft alle, die aus Kostengründen Thinking abschalten wollen: Bei Opus 5 geht das nur bis Effort high, und mit abgeschaltetem Thinking treten gelegentlich Artefakte auf – Tool-Calls, die als Text statt als strukturierter Aufruf erscheinen, oder interne XML-Tags in der sichtbaren Antwort. Thinking aktiviert auf low schlägt Thinking deaktiviert bei vergleichbaren Kosten.

    Warum ist Opus 5 so langsam?

    Die Frage ist berechtigt, hat aber selten eine einzige Ursache. In der Reihenfolge ihrer Häufigkeit:

    1. Effort steht auf high oder xhigh, obwohl medium reichen würde. Der grösste und am schnellsten wirksame Hebel. In Claude Code über /effort umschaltbar.
    2. Der Kontext ist voll. Das Kontextfenster enthält jede Nachricht, jedes gelesene File und jede Kommandoausgabe. Die Leistung sinkt, während es sich füllt – das Modell «vergisst» frühere Anweisungen und macht mehr Fehler. /clear zwischen unabhängigen Aufgaben, /compact <fokus> an Zwischenständen.
    3. Recherche läuft im Hauptkontext statt in Subagenten. Eine breite Codebasis-Untersuchung liest Dutzende Files – alle landen in Ihrem Kontext. Subagenten haben ein eigenes Kontextfenster und melden nur die Zusammenfassung zurück.
    4. Zu viele MCP-Server und Tools sind aktiv. Jedes Tool-Schema kostet Kontext bei jedem Turn.
    5. Ungefragte Subagenten-Delegation. Opus 5 delegiert bereitwillig; bei kleinen Aufgaben vervielfacht das Kosten und Zeit. Eine Regel in CLAUDE.md hilft: nur delegieren, wenn die Teilaufgabe gross und wirklich unabhängig ist, und niemals zur Selbstprüfung.
    6. Veraltete Version oder Plattform-Störung. claude --version und claude update, dann /doctor, dann die Statusseite.

    Warum wurde Claude Code langsamer und schlechter?

    Für die Phase März bis April 2026 gibt es dazu eine offizielle, ungewöhnlich transparente Antwort. Anthropic hat in einem Postmortem vom 23. April 2026 drei unabhängige Produkt-Änderungen offengelegt, die sich überlagerten und je einen anderen Teil des Traffics trafen:

    • 4. März: Der Default für den Reasoning-Effort in Claude Code wurde von high auf medium gesenkt – als Reaktion auf sehr lange Denkzeiten, bei denen die Oberfläche eingefroren wirkte. Anthropic bezeichnete das später als falschen Trade-off und machte es rückgängig.
    • 26. März: Eine Änderung sollte ältere Gedankengänge aus über eine Stunde inaktiven Sessions einmalig entfernen. Ein Bug führte dazu, dass das für den Rest der Session in jedem Turn passierte – Claude wirkte vergesslich und wiederholte sich. Behoben am 10. April.
    • 16. April: Ein Verbosity-Limit im System-Prompt («Text zwischen Tool-Calls maximal 25 Wörter», «finale Antworten maximal 100 Wörter»). Ablationen während der Untersuchung zeigten rund 3 % Qualitätsverlust. Zurückgenommen am 20. April.

    Modellgewichte und API-Schicht waren nicht betroffen. Für die Praxis steckt darin eine Lektion, die weit über den Vorfall hinausreicht: Harte Kürzungsvorgaben im System-Prompt kosten Qualität. Wenn Anthropics eigenes Verbosity-Limit messbar geschadet hat, gilt dasselbe für dieselbe Anweisung in Ihrer CLAUDE.md. Steuern Sie Länge über Stil-Wünsche («fokussiert und knapp»), nicht über harte Wortobergrenzen für die Arbeit selbst.

    Wie sieht ein guter Prompt in Claude Code aus?

    Der grösste Unterschied liegt nicht in der Formulierung, sondern in der Menge an brauchbarem Kontext und einem prüfbaren Zielzustand:

    StattBesser
    «Schreib Tests für foo.py»«Schreib einen Test für foo.py, der den Fall abdeckt, dass der Nutzer ausgeloggt ist. Ohne Mocks.»
    «Behebe den Login-Bug»«Nutzer melden, dass Login nach Session-Timeout fehlschlägt. Prüfe den Auth-Flow in src/auth/, besonders den Token-Refresh. Schreib zuerst einen fehlschlagenden Test, der das reproduziert, dann den Fix.»
    «Bau ein Kalender-Widget»«Schau dir an, wie bestehende Widgets auf der Startseite implementiert sind – HotDogWidget.php ist ein gutes Beispiel. Folge dem Muster. Keine neuen Libraries.»
    «Der Build schlägt fehl»«Der Build schlägt mit diesem Fehler fehl: [Fehler]. Behebe ihn und verifiziere, dass der Build durchläuft. Behandle die Ursache, unterdrücke den Fehler nicht.»
    «Mach das Dashboard schöner»«[Screenshot] Implementiere dieses Design. Mach danach einen Screenshot vom Ergebnis, vergleiche ihn mit dem Original, liste die Unterschiede und behebe sie.»

    Für grössere Vorhaben gilt die Reihenfolge Explore → Plan → Code → Commit: erst im Plan-Modus lesen und verstehen lassen, dann einen Plan schreiben lassen, dann implementieren. Bei kleinen, klar umrissenen Änderungen ist der Plan-Modus reiner Overhead – wenn Sie den Diff in einem Satz beschreiben können, überspringen Sie ihn.

    Opus 5 spielt seine Stärke besonders dann aus, wenn es die vollständige Aufgabenspezifikation vorab bekommt und dann laufen darf. Für grössere Features lohnt sich deshalb ein zweistufiges Vorgehen: In einer ersten Session lassen Sie sich befragen («Interviewe mich im Detail zu technischer Umsetzung, UX, Edge Cases und Trade-offs, dann schreib eine vollständige Spec nach SPEC.md»), in einer zweiten, frischen Session wird die Spec umgesetzt. Die neue Session hat sauberen Kontext, und Sie haben ein schriftliches Referenzdokument.

    Verifikations-Loops: der Hebel mit dem grössten Effekt

    Claude hört auf, wenn die Arbeit fertig aussieht. Ohne eine Prüfung, die es selbst ausführen kann, ist «sieht fertig aus» das einzige verfügbare Signal – und Sie sind die Verifikationsschleife: Jeder Fehler wartet darauf, dass Sie ihn bemerken.

    Ein Verifikations-Loop ist alles, was ein lesbares Bestanden/Nicht-Bestanden liefert: eine Testsuite, ein Build-Exitcode, ein Linter, ein Skript, das die Ausgabe gegen eine Fixture diffed, ein Browser-Screenshot gegen ein Design. Es gibt vier Eskalationsstufen, wie hart diese Prüfung das Ende einer Runde blockiert:

    StufeUmsetzungWann sinnvoll
    Im Prompt«…führe die Tests aus und iteriere, bis sie grün sind»Sofort einsetzbar, für jede Aufgabe
    Als SkillWiederkehrende Prüfung in .claude/skills/ festhaltenProjektspezifische Regeln, die kein Linter kennt
    Als Session-Ziel oder HookEin Stop-Hook blockiert das Turn-Ende, bis das Skript bestehtUnbeaufsichtigte Läufe
    Als zweite MeinungReview-Subagent im frischen Kontext auf den DiffVor dem Merge, nach langen autonomen Läufen

    Der Skill-Weg ist der, der sich am stärksten verzinst: Sie schreiben die Prüfprozedur einmal in einfacher Sprache auf – so, wie Sie sie einem neuen Teammitglied am ersten Tag erklären würden – und legen sie als SKILL.md ab. Anthropic beschreibt in Building verification loops in Claude Code with Skills vier Einsatzformen: eigenständig (manuell aufgerufen, etwa für Security-Audits), eingebettet (läuft automatisch im Workflow des erzeugenden Skills mit), verkettet (ein Skill triggert den nächsten) und PR-integriert (läuft in GitHub Actions bei jedem Pull Request). Der praktische Einstieg: Notieren Sie eine Woche lang, welche Korrektur Sie Claude wiederholt von Hand mitgeben – genau das gehört als Skill festgehalten.

    Wichtig bleibt die Beweislage: Lassen Sie sich das Testergebnis, das ausgeführte Kommando oder den Screenshot zeigen, statt sich auf «erledigt» zu verlassen. Belege zu lesen ist schneller, als die Prüfung selbst zu wiederholen – und es funktioniert auch für Sessions, bei denen Sie nicht zugesehen haben.

    Kontext ist die knappste Ressource

    Fast alle Best Practices für Claude Code folgen aus einer einzigen Beobachtung: Das Kontextfenster füllt sich schnell, und die Leistung sinkt, während es sich füllt. Ein Debugging-Durchlauf kann Zehntausende Tokens erzeugen. Vier Gewohnheiten machen den Unterschied:

    • /clear zwischen unabhängigen Aufgaben. Die «Kitchen-Sink-Session», in der Sie zwischen drei Themen hin- und herspringen, ist der häufigste Selbstschaden.
    • Nach zwei erfolglosen Korrekturen abbrechen. Wenn Sie dasselbe Problem zweimal korrigiert haben und es immer noch falsch ist, ist der Kontext mit gescheiterten Ansätzen verschmutzt. /clear und ein besserer Erstprompt, der das Gelernte enthält, schlagen fast immer die lange Session mit angehäuften Korrekturen.
    • Recherche in Subagenten auslagern. «Untersuche mit Subagenten, wie unser Auth-System Token-Refresh handhabt» hält den Hauptkontext für die Implementierung frei.
    • Untersuchungen eng fassen. Ein unscharfes «schau dir das mal an» führt zu Hunderten gelesener Files.

    Was gehört in CLAUDE.md – und was nicht

    CLAUDE.md wird bei jeder Session geladen. Jede Zeile kostet also dauerhaft Kontext, und eine überladene Datei führt dazu, dass echte Regeln untergehen. Der Test für jede Zeile: Würde Claude ohne diese Zeile Fehler machen? Wenn nicht, streichen.

    Gehört hineinGehört nicht hinein
    Bash-Kommandos, die Claude nicht erraten kannAlles, was aus dem Code selbst ersichtlich ist
    Code-Style-Regeln, die vom Standard abweichenSprachkonventionen, die das Modell ohnehin kennt
    Test-Runner und TestanweisungenAusführliche API-Doku (stattdessen verlinken)
    Repository-Etikette (Branch-Namen, PR-Konventionen)Häufig wechselnde Informationen
    Architekturentscheidungen dieses ProjektsDatei-für-Datei-Beschreibungen der Codebasis
    Umgebungs-Eigenheiten, nicht offensichtliche FallstrickeSelbstverständlichkeiten wie «schreib sauberen Code»
    Scope- und Delegations-Leitplanken für Opus 5Verifikationsanweisungen («prüfe nochmals»)

    Wenn Claude etwas trotz Regel dauernd falsch macht, ist die Datei meistens zu lang und die Regel geht im Rauschen unter. Wissen, das nur manchmal gebraucht wird, gehört nicht in CLAUDE.md, sondern in Skills – die lädt Claude bei Bedarf, ohne jede Session zu belasten.

    Prompt-Vorlage zum Kopieren

    Für eine typische Implementierungsaufgabe deckt diese Struktur die vier Dinge ab, die zählen: Ort, Muster, Scope und Prüfung.

    Ziel: [was am Ende funktionieren soll, in einem Satz]
    
    Kontext:
    - Relevante Files: @src/... , @tests/...
    - Orientiere dich am bestehenden Muster in [Datei]
    - Ausserhalb des Scopes: [was nicht angefasst werden soll]
    
    Vorgehen:
    - Erst lesen und verstehen, dann implementieren
    - Keine neuen Dependencies
    
    Verifikation:
    - Schreib zuerst einen Test, der das Problem reproduziert
    - Führe [Kommando] aus und iteriere, bis es besteht
    - Zeig mir die Testausgabe, nicht nur eine Erfolgsmeldung
    

    Was in dieser Vorlage bewusst fehlt: «Prüfe deine Arbeit nochmals», «sei gründlich», «denk sorgfältig nach», «du bist ein Senior-Entwickler». Rollen-Prompts und Doppelprüfungs-Anweisungen bringen bei aktuellen Modellen nichts – und die Verifikationsanweisungen schaden bei Opus 5 aktiv.

    Troubleshooting: Symptom, Ursache, Massnahme

    SymptomWahrscheinliche UrsacheMassnahme
    Überdenkt einfache Aufgaben, refactort ungefragtEffort zu hoch für die Aufgabe/effort medium oder low; Scope-Regel in den Prompt
    Antworten extrem langVerbosity-Default von Opus 5Kürze explizit im Prompt verlangen (Effort hilft nicht)
    Wirkt vergesslich, wiederholt sichKontext voll oder Session zu lang/clear, /compact <fokus>, Recherche in Subagenten
    Meldet im Review zu wenig«sei konservativ»-Formulierung im PromptAlles melden lassen, in einem zweiten Durchgang filtern
    Verbrennt Tokens ohne FortschrittÜber-Verifikation durch Alt-AnweisungenVerifikations- und Doppelprüfungs-Sätze streichen
    Startet unnötig viele SubagentenDelegations-Default von Opus 5Delegations-Leitplanke in CLAUDE.md, Spawn-Zahl deckeln
    Plausibler Code, der Edge Cases verfehltKein Verifikations-LoopTestfälle in den Prompt, Prüfung als Skill oder Hook
    Allgemein langsam, Tool-Calls hängenVersion, MCP-Last oder Plattformclaude update, /doctor, MCP-Server ausdünnen, Statusseite

    Fazit

    Die drei häufigsten Beschwerden über Opus 5 – zu langsam, überdenkt, schlechter als vorher – haben eine gemeinsame Wurzel: Das Modell arbeitet gründlicher und eigenständiger als seine Vorgänger, und Prompts aus der alten Zeit verstärken genau das, was ohnehin schon passiert. Wer die Verifikations- und Doppelprüfungs-Sätze streicht, den Scope explizit begrenzt, das Effort-Level als primäre Steuerung nutzt statt es auf Default stehen zu lassen, und dem Modell eine Prüfung gibt, die es selbst ausführen kann, bekommt aus demselben Modell deutlich bessere und schnellere Ergebnisse.

    Die kürzeste Merkregel für den Alltag: Überdenkt es, geh runter auf medium. Weiss es zu wenig, geh hoch aufs grössere Modell. Und gib ihm immer etwas, woran es selbst merkt, ob es fertig ist.

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    Quellen

    Tenzin Langdun

    Über den Autor

    Mitgründer von Hierarchy · SEO-, GEO- & KI-Experte

    Tenzin Langdun ist Mitgründer von Hierarchy und leitet dort SEO und GEO: die Sichtbarkeit von Firmen in Google, in Googles KI-Antworten und in Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Claude. Er verantwortet auch die hauseigenen Datenstudien, darunter die KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich mit 1'515 KI-Antworten zu 5'110 Firmen. Er bringt über 10 Jahre Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO mit und war bei KPMG, EY, Siemens, Adnovum und LGT tätig, in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie im Software Engineering für die Versicherungsbranche und für den Banken- und Finanzsektor. Er hat einen BSc der ZHAW und einen MSc in Artificial Intelligence der University of Bath. Seine Forschung zur KI-gestützten Erkennung von Schilddrüsenkrebs ist 2024 in Scientific Reports (Nature Portfolio) erschienen und wurde mit dem Siemens Excellence Award 2024 und dem Lab Sciences Award 2024 der ZHAW ausgezeichnet.