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Google AI Mode empfiehlt lokale Firmen fast immer aus Google Maps. Wir haben dem KI-Modus im Oktober 2026 100 Fragen aus 10 Zürcher Branchen gestellt. 76 Antworten stützten sich auf Google-Maps-Daten, meist als Karten mit Sternen, Bewertungen und Adresse. Die vorgeschlagenen Firmen hatten im Median 4,9 Sterne, aber nicht unbedingt viele Bewertungen: Jede sechste hatte weniger als zehn. Und fast jede Frage brachte andere Namen: 249 verschiedene Firmen auf 271 Karten.
Am 8. Oktober 2025 hat Google den KI-Modus in der Schweiz eingeführt, auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Ein Jahr später sucht ein wachsender Teil der Leute nicht mehr nur in der Trefferliste, sondern stellt Google eine Frage und bekommt eine Antwort mit einer Handvoll Empfehlungen. «ai mode» wird in der Schweiz inzwischen über 12'000 Mal im Monat gesucht, Tendenz steigend.
Für KMU ist die wichtigste Frage: Nach welchen Kriterien wählt der KI-Modus die Firmen aus, die er nennt? Dazu gibt es bisher vor allem Vermutungen. Wir haben deshalb nachgemessen.
Was ist Google AI Mode?
Google AI Mode, auf Deutsch KI-Modus, ist ein eigener Bereich der Google-Suche. Statt zehn blauer Links bekommt man eine ausformulierte Antwort mit Quellen und kann im Gespräch nachfragen. Technisch zerlegt Google die Frage dafür in Teilfragen und sucht zu jeder parallel, das sogenannte «Query Fan-out». Erreichbar ist der KI-Modus über die Google-Startseite, als Tab auf der Ergebnisseite und in der Google-App.
| AI Overviews | AI Mode (KI-Modus) | |
|---|---|---|
| Wo? | Über den normalen Suchergebnissen | Eigener Tab bzw. eigener Bereich |
| Wann? | Automatisch, wenn Google es für sinnvoll hält | Wenn man ihn bewusst öffnet |
| Antwort | Kurze Zusammenfassung | Ausführliche Antwort mit Rückfragen |
| Quellen | Einige Links | Mehr Links, oft dazu Google-Maps-Karten |
| Abschaltbar? | Nein, nur der Filter «Web» zeigt reine Links | Muss nicht genutzt werden |
Wie AI Overviews die klassische Suche verändern, beschreibt unser Beitrag Von SEO zu GEO. Hier geht es um den KI-Modus.
Unsere Messung: 100 Fragen, 10 Branchen
Wir haben dem KI-Modus am 13. Oktober 2026 100 Fragen gestellt, wie sie Kundinnen und Kunden in Zürich tatsächlich eingeben, mit Standort Kanton Zürich und Sprache Deutsch. Je zehn Fragen pro Branche, zum Beispiel:
- «Bester Zahnarzt in Zürich», «Zahnarzt Zürich Notfall am Wochenende», «Kinderzahnarzt Zürich»
- «Physiotherapie Zürich Kreis 4», «Physiotherapie nach Kreuzbandriss Zürich»
- «Treuhänder Zürich für KMU», «Anwalt Mietrecht Zürich Empfehlung»
- «Architekt für Umbau Altbau Zürich», «Badsanierung Zürich Firma», «Umzugsfirma Zürich gute Bewertungen»
- «Restaurant Zürich Altstadt Empfehlung», «Coiffeur Zürich Balayage», «Fitnessstudio Zürich ohne Vertrag»
- «Google Ads Agentur Zürich», «IT Support Zürich KMU», «KI Agentur Zürich»
Die zehn Branchen: Zahnärzte, Physiotherapie, Treuhand, Anwaltskanzleien, Architektur, Handwerk und Haushaltsdienste, Gastronomie, Coiffeur, Kosmetik und Fitness, Marketing-Agenturen sowie IT und Software. Ausgewertet haben wir, ob die Antwort Google-Maps-Daten zeigt, welche Sterne und wie viele Bewertungen die vorgeschlagenen Firmen haben und welche Websites verlinkt werden. Jede Frage haben wir einmal gestellt, Desktop, ohne Anmeldung. Wer dieselbe Frage wiederholt, bekommt zum Teil andere Namen. Die Muster über 100 Antworten sind aber stabiler als jede einzelne Antwort.
Ergebnis 1: Drei von vier Antworten kommen aus Google Maps
Bei 76 von 100 Fragen stützte sich der KI-Modus auf Google-Maps-Daten. Meist zeigt er die Firmen als kleine Karten mit Name, Sternen, Anzahl Bewertungen, Kategorie und Adresse, darunter die Buttons «Anrufen», «Wegbeschreibung» und «Website». Sonst verweist die Antwort ausdrücklich auf die Maps-Ergebnisse. In den 66 Antworten mit Firmenkarten waren es im Schnitt vier Karten, höchstens elf.
| Branche | Antworten mit Maps-Daten | Firmenkarten | Median Sterne | Median Bewertungen |
|---|---|---|---|---|
| Physiotherapie | 10 von 10 | 25 | 4,9 | 33 |
| Gastronomie | 10 von 10 | 27 | 4,6 | 449 |
| Coiffeur, Kosmetik, Fitness | 10 von 10 | 60 | 4,9 | 169 |
| Architektur | 9 von 10 | 36 | 5,0 | 6 |
| Zahnärzte | 8 von 10 | 32 | 4,9 | 114 |
| Anwaltskanzleien | 8 von 10 | 19 | 4,7 | 51 |
| Handwerk und Haushaltsdienste | 7 von 10 | 23 | 4,9 | 17 |
| Marketing-Agenturen | 6 von 10 | 23 | 5,0 | 21 |
| Treuhand | 5 von 10 | 16 | 5,0 | 22 |
| IT und Software | 3 von 10 | 10 | 5,0 | 16 |
Für eine Physiotherapie, ein Restaurant oder einen Coiffeur heisst das: Das Google-Unternehmensprofil ist im KI-Modus das Schaufenster. Wer dort fehlt, eine falsche Kategorie hat oder seit Jahren keine Fotos und Öffnungszeiten gepflegt hat, kommt in diesen Antworten kaum vor.
Ergebnis 2: Sterne zählen mehr als die Anzahl Bewertungen
Über alle Branchen hatten die 271 vorgeschlagenen Firmen im Median 4,9 Sterne. 74 Prozent lagen bei 4,8 oder höher, nur 7 Prozent unter 4,5, die tiefste Bewertung war 3,7.
Bei der Anzahl Bewertungen ist das Bild viel breiter. Der Median lag bei 52, aber jede sechste Firma hatte weniger als zehn Bewertungen. 37 Firmen standen mit 5,0 Sternen und weniger als zehn Bewertungen in den Antworten. Wie viele Bewertungen «genug» sind, hängt stark von der Branche ab: Bei Architekturbüros reichten im Median sechs, bei Restaurants waren es 449.
Eine Einschränkung: Wir sehen nur die Firmen, die der KI-Modus vorschlägt, nicht die, die er weglässt. Ob ein Schnitt unter 4,5 der Grund für das Fehlen ist, lässt sich so nicht beweisen. Das Muster ist trotzdem deutlich. Für eine kleine Firma lohnt es sich, aktiv um Bewertungen zufriedener Kundinnen und Kunden zu bitten und jede Bewertung zu beantworten. Hunderte braucht es dafür in den meisten Branchen nicht.
Ergebnis 3: Jede Formulierung bringt andere Namen
Auf den 271 Firmenkarten standen 249 verschiedene Firmen. Nur 20 tauchten bei mehr als einer Frage auf. Bei den Zahnärzten waren es 26 verschiedene Praxen auf 32 Karten, bei Coiffeur, Kosmetik und Fitness 59 auf 60.
Der KI-Modus beantwortet also nicht «die» Frage nach dem besten Zahnarzt, sondern jede Formulierung neu: Notfall am Wochenende, Angstpatienten, Implantate, Kinder, Oerlikon. Für eine Firma ist das eine gute Nachricht. Man muss nicht die grösste Praxis der Stadt sein, um genannt zu werden. Man muss zu einer konkreten Frage passen, und Google muss das erkennen können: an der Kategorie und den Leistungen im Unternehmensprofil, an den Bewertungstexten und an einer Website, die jede Leistung und jeden Standort auf einer eigenen Seite erklärt.
Ergebnis 4: Woher die Links kommen
Neben den Maps-Karten verlinkt der KI-Modus Websites als Quellen. In den 100 Antworten zählten wir 483 solcher Verweise:
| Art der Quelle | Anteil | Beispiele |
|---|---|---|
| Websites der Firmen selbst | 59 % | Praxis-, Kanzlei- und Agentur-Websites |
| Portale, Buchungs- und Vergleichsplattformen | 25 % | onedoc.ch, tbooking.ch, ofri.ch, sortlist.ch, gryps.ch, search.ch |
| Verbände und Behörden | 10 % | Zürcher Anwaltsverband, SIA Zürich, Stadt und Kanton Zürich |
| Medien und Stadtführer | 4 % | Gault&Millau, Guide Michelin, ron orp |
| Stellenportale | 2 % | bei IT-Fragen |
Auffällig ist, wie branchenspezifisch die Portale sind. Bei Zahnärzten und Physiotherapien tauchte onedoc.ch auf, bei Physiotherapien tbooking.ch, bei Handwerkern ofri.ch, bei Anwälten der Zürcher Anwaltsverband und jurata.ch, bei Architekten die SIA-Sektion Zürich. Ein Eintrag im allgemeinen Branchenverzeichnis spielte dagegen kaum eine Rolle: local.ch kam auf zwei Verweise.
32 der 100 Antworten verlinkten gar keine Website, nur Google-eigene Daten. Bei diesen Fragen entscheidet allein das Unternehmensprofil.
Ergebnis 5: B2B-Dienstleister werden anders ausgewählt
Bei IT-Fragen stützten sich nur 3 von 10 Antworten auf Google Maps, bei Marketing-Agenturen 6 von 10 und bei Treuhändern 5 von 10. Hier antwortet der KI-Modus öfter mit Listen und Beschreibungen aus Websites, Vergleichsportalen und «Beste Agenturen»-Artikeln. Für B2B-Firmen ist das Unternehmensprofil deshalb nur die halbe Miete. Die andere Hälfte sind klare Leistungsseiten, Fallbeispiele und Einträge auf den Portalen, die in der eigenen Branche tatsächlich zitiert werden.
Wie ChatGPT, Gemini und Claude dieselben Branchen beantworten, zeigt unsere KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich 2026. Dort stammen deutlich mehr Nennungen aus Websites und aus dem Gedächtnis der Modelle. Google AI Mode ist der Assistent, bei dem Google Maps am meisten zählt.
Wie komme ich in Google AI Mode? Die Checkliste
Laut Google gibt es für AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen: Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet in der Suche erscheinen dürfen, dann gelten die üblichen SEO-Grundlagen. Unsere Daten zeigen, wo sich die Arbeit am meisten lohnt:
- Google-Unternehmensprofil vollständig: richtige Hauptkategorie, passende Zusatzkategorien, Leistungen, Öffnungszeiten inklusive Feiertage, Fotos, Beschreibung ohne Keyword-Stapelei.
- Name, Adresse und Telefon überall gleich: im Profil, auf der Website, in Portalen und Verbänden. Nach einem Umzug alle Einträge nachziehen.
- Bewertungen aktiv sammeln und beantworten: Bitten Sie zufriedene Kundinnen und Kunden direkt nach dem Auftrag. Konkrete Bewertungstexte («Notfalltermin am Samstag», «Umbau eines Altbaus») helfen, zu konkreten Fragen zu passen.
- Eine Seite pro Leistung und Standort: Wer «Implantate», «Kinderzahnmedizin» und «Notfall» auf je einer eigenen Seite erklärt, passt zu mehr Formulierungen.
- Die richtigen Portale: nicht jedes Verzeichnis, sondern die, die in Ihrer Branche zitiert werden, etwa Buchungsportale im Gesundheitsbereich, Offertenportale im Handwerk, Verbände bei Anwälten und Architekten.
- Strukturierte Daten: LocalBusiness- bzw. passendes Branchen-Schema mit Adresse, Öffnungszeiten und Geo-Koordinaten, übereinstimmend mit dem sichtbaren Text.
- Für B2B zusätzlich: Fallbeispiele, klare Leistungsseiten und Präsenz in den Vergleichsportalen und Fachlisten Ihrer Branche.
- Messen: Stellen Sie dem KI-Modus monatlich dieselben fünf bis zehn Fragen und notieren Sie, wer genannt wird.
Google AI Mode ein- und ausschalten
Viele, die «ai mode» suchen, wollen eigentlich wissen, wie man ihn findet oder loswird. Kurz:
- Einschalten: Auf google.ch nach einer Suche den Tab «KI-Modus» wählen oder direkt auf der Startseite bzw. in der Google-App den KI-Modus öffnen.
- Ausschalten: Einen Schalter dafür gibt es nicht. Der KI-Modus öffnet sich aber nur, wenn man ihn anklickt. Die AI Overviews in der normalen Suche lassen sich laut Google nicht deaktivieren. Wer nur klassische Links sehen will, wählt nach der Suche den Filter «Web».
Was die Search Console zeigt und was nicht
Klicks und Impressionen aus dem KI-Modus zählt Google im Leistungsbericht der Search Console mit, unter dem Suchtyp «Web». Getrennt ausweisen lässt sich der KI-Modus dort nicht. Ob Ihre Firma in den Antworten vorkommt, neben wem und mit welchen Quellen, sieht man nur, wenn man die Fragen selbst stellt. Wie man eine solche Messung aufsetzt, steht in KI-Sichtbarkeit messen. Und wer statt organisch genannt zu werden lieber Anzeigen schaltet: Wie Werbung in ChatGPT funktioniert und wer in der Schweiz werben darf, erklärt ChatGPT Ads in der Schweiz.
Wie Hierarchy hilft
Hierarchy ist eine Full-Funnel-Marketing- und KI-Agentur in Zürich, spezialisiert auf SEO, GEO und Paid Ads. Wir messen, ob Google AI Mode, ChatGPT, Gemini und Claude Ihre Firma nennen, finden heraus, welche Quellen in Ihrer Branche zählen, und setzen die Massnahmen um: Unternehmensprofil, Leistungsseiten, strukturierte Daten, Portale. Entweder macht das unser Team (Done for you), oder wir begleiten Ihr Team dabei (Done with you). Mehr dazu auf der Seite SEO & KI-Sichtbarkeit.
Fazit
Ein Jahr nach dem Start in der Schweiz ist klar, worauf der KI-Modus bei lokalen Fragen schaut: auf Google Maps. Drei von vier Antworten stützen sich darauf, die vorgeschlagenen Firmen haben fast immer Top-Bewertungen, aber nicht unbedingt viele. Und weil jede Formulierung andere Namen hervorbringt, gewinnt nicht die grösste Firma, sondern die, die zu einer konkreten Frage passt. Für B2B-Dienstleister zählen zusätzlich die Website und die Portale der eigenen Branche.
Ob Ihre Firma heute genannt wird, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check.
