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    Google AI Overviews, auf Deutsch KI-Übersichten, erscheinen in der Schweiz fast immer, wenn jemand eine Frage stellt, und fast nie, wenn jemand einen Anbieter sucht. Wir haben am 25. Oktober 2026 von Zürich aus 84 Suchanfragen aus 12 Branchen je zweimal gestellt. Bei 56 von 60 Fragen zu Kosten, Problemen, Regeln, Begriffen und Vergleichen zeigte Google eine KI-Übersicht, bei den 24 Suchen nach einem Anbieter nur zweimal. Zitiert werden zu 39 Prozent Websites von Anbietern, darunter viele Praxen und kleinere Betriebe. Und mehr als ein Viertel der Quellen stammt aus Deutschland, auch bei Schweizer Fragen.

    Dieser Beitrag zeigt, bei welchen Suchen KI-Übersichten auftauchen, wen sie zitieren und was Schweizer Firmen daraus machen können. Den KI-Modus, den Google in einem eigenen Reiter anbietet, behandelt unsere Messung zu Google AI Mode. Was GEO grundsätzlich ist, erklärt Generative Engine Optimization (GEO).

    Was sind Google AI Overviews?

    Eine AI Overview ist die Zusammenfassung, die Google über den normalen Suchergebnissen einblendet. Sie beantwortet die Frage direkt, in einigen Sätzen oder mit Aufzählungen, und verlinkt die Websites, aus denen sie die Antwort zusammengestellt hat. Im Unterschied zum KI-Modus, den Nutzerinnen und Nutzer bewusst öffnen, erscheint die Übersicht ungefragt in der normalen Suche. In unserer Messung stand sie in 49 von 58 Fällen ganz oben auf der Seite, noch vor dem ersten organischen Ergebnis.

    Das verändert die Klicks. Laut einer Auswertung von Pew Research klickten Google-Nutzer in den USA bei Suchen mit KI-Zusammenfassung in 8 Prozent der Fälle auf ein Ergebnis, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. Wer bei Fragen gefunden werden will, muss deshalb in der Übersicht selbst vorkommen.

    Unsere Messung: 84 Suchen, 12 Branchen, 7 Fragetypen

    Wir haben für zwölf Branchen, in denen Zürcher KMU arbeiten, je sieben typische Suchanfragen formuliert, von Zahnarztpraxen und Physiotherapie über Treuhand, Anwaltskanzleien und Architektur bis zu Umzug, Haustechnik und Vermögensverwaltung. Die sieben Typen:

    FragetypBeispiel
    AnbietersucheZahnarzt Zürich
    Bestensuchebester Treuhänder Zürich
    Kostenwas kostet eine Badsanierung
    ProblemHeizung geht nicht was tun
    VergleichWärmepumpe oder Pelletheizung
    Regelnab wann MWST-pflichtig Schweiz
    Begriffwas macht ein Bauherrenvertreter

    Jede Suche haben wir am 25. Oktober 2026 zweimal gestellt, mit Standort Stadt Zürich, Sprache Deutsch, auf dem Desktop. Die zitierten Websites haben wir von Hand in vier Gruppen eingeteilt: Anbieter (Praxen, Betriebe, Beratungsfirmen, Online-Dienste), Portale und Medien (Vergleichsseiten, Ratgeberportale, Zeitungen, YouTube, Foren), grosse Unternehmen (Banken, Versicherungen, Hersteller, Energieversorger) sowie Behörden und Verbände. Als Zitat zählen wir jede Website, die eine Übersicht verlinkt, einmal pro Übersicht. In vier Fällen lieferte Google eine leere KI-Übersicht ohne Text, diese zählen wir nicht als Übersicht. Die Zahlen unten beziehen sich auf den ersten Durchgang, wenn nicht anders angegeben.

    Ergebnis 1: KI-Übersichten kommen bei Fragen, nicht bei der Anbietersuche

    Balkendiagramm: Anteil der Suchen mit Google AI Overview nach Fragetyp, je 12 Suchen. Kosten 12, Problem 12, Begriff 12, Regeln 11, Vergleich 9, Bestensuche 2, Anbietersuche 0.
    Bei Fragen zeigt Google fast immer eine KI-Übersicht, bei der Suche nach einem Anbieter fast nie. 84 Suchen aus 12 Branchen, Stadt Zürich, 25. Oktober 2026.

    Bei Kosten-, Problem- und Begriffsfragen zeigte Google in allen zwölf Fällen eine KI-Übersicht, bei Regelfragen in elf, bei Vergleichen in neun. Bei den zwölf reinen Anbietersuchen wie «Physiotherapie Zürich» oder «Umzugsfirma Zürich» gab es keine einzige Übersicht mit Inhalt. Bei den zwölf Bestensuchen kamen zwei: bei IT-Dienstleistern und bei Vermögensverwaltern, vielleicht weil Kundinnen und Kunden dort nicht zwingend jemanden in der Nähe suchen.

    Stattdessen zeigte Google bei 22 der 24 Anbieter- und Bestensuchen die Karte mit Firmen aus Google Maps. Für lokale Anbieter heisst das: Bei der Suche nach einem Anbieter in Ihrer Branche entscheiden Google-Unternehmensprofil, Bewertungen und Karte, nicht die KI-Übersicht. Die KI-Übersicht ist bei den Fragen wichtig, die Kundinnen und Kunden vorher stellen: Was kostet das? Brauche ich eine Bewilligung? Was ist der Unterschied?

    Ergebnis 2: Zitiert werden auch Websites von KMU

    Eine KI-Übersicht nannte im Median sieben verschiedene Websites, höchstens fünfzehn. Insgesamt zählten wir 426 Zitate:

    QuelleAnteil der Zitate
    Websites von Anbietern (Praxen, Betriebe, Beratungsfirmen)39 %
    Portale, Vergleichsseiten, Medien, Foren28 %
    Grosse Unternehmen (Banken, Versicherungen, Hersteller)20 %
    Behörden und Verbände13 %

    53 von 58 KI-Übersichten zitierten mindestens eine Anbieter-Website. Wie stark, hängt vom Fragetyp ab:

    • Kostenfragen: 59 Prozent der Zitate gingen an Anbieter. Wer auf seiner Website konkrete Preise und Rechenbeispiele zeigt, hat hier gute Chancen, zitiert zu werden. Bei «was kostet eine Dentalhygiene» und «Physiotherapie Kosten ohne Verordnung» stammten die Quellen überwiegend von Praxen.
    • Begriffe: 45 Prozent Anbieter. Wer erklärt, was eine Wurzelbehandlung, eine Erdsonde oder ein Bauherrenvertreter ist, liefert Google den Stoff für die Übersicht.
    • Regeln: Hier dominieren Behörden und Verbände mit 42 Prozent, etwa der Kanton Zürich, die Stadt Zürich, die ESTV oder der Mieterverband. Anbieter kamen auf 23 Prozent.
    • Probleme: Nur 25 Prozent Anbieter, dafür viele Krankenkassen, Hersteller und Ratgeberportale.

    Ergebnis 3: Ein gutes Ranking hilft, ist aber keine Bedingung

    48 von 58 KI-Übersichten zitierten mindestens eines der drei ersten organischen Suchergebnisse. Wer bei einer Frage oben steht, hat also gute Chancen, auch in der Übersicht vorzukommen. Gleichzeitig stand nur die Hälfte der zitierten Websites für die jeweilige Suche überhaupt in den Top 10: 215 von 426 Zitaten. Die andere Hälfte holte Google von weiter hinten.

    Das passt zu dem, was Google über die Funktionsweise sagt: Für eine Übersicht führt die Suche im Hintergrund mehrere verwandte Suchanfragen aus und setzt die Antwort aus den besten Passagen zusammen. Eine Seite, die eine Teilfrage präzise beantwortet, kann deshalb zitiert werden, auch wenn sie für die Hauptsuche nicht vorne steht.

    Ergebnis 4: Schweizer Fragen, deutsche Antworten

    27 Prozent aller Zitate gingen an deutsche Websites mit .de-Endung, 52 Prozent an Websites mit .ch-Endung. 34 von 58 KI-Übersichten zitierten mindestens eine deutsche Quelle, bei elf stammte mindestens die Hälfte der Quellen aus Deutschland. Zwei Beispiele:

    • Bei «Badsanierung Mietwohnung wer zahlt» stützte sich die Übersicht auf deutsche Quellen wie einen deutschen Eigentümerverband und eine deutsche Rechtsschutzversicherung und verwies bei Mieterhöhungen nach einer Modernisierung auf § 559 des deutschen BGB. Für eine Mietwohnung in Zürich gilt aber das Schweizer Mietrecht.
    • Bei «was kostet ein Architekt Einfamilienhaus» erklärte die Übersicht zuerst die deutsche Honorarordnung HOAI mit Beträgen in Euro. Die Schweizer Honorarordnung SIA 102 kam an zweiter Stelle, gestützt auf eine einzige Schweizer Quelle.

    Für Schweizer Firmen ist das die vielleicht grösste Chance in dieser Messung. Vermutlich zitiert Google deutsche Seiten nicht, weil sie besser sind, sondern weil es zu vielen Fragen keine gute Schweizer Antwort gibt. Wer Schweizer Preise in Franken, Schweizer Regeln und Schweizer Abläufe konkret beschreibt, füllt eine Lücke, die Google sichtbar offenlässt.

    Ergebnis 5: Ob eine Übersicht erscheint, ist stabil, wen sie zitiert, dagegen nicht

    Ob eine KI-Übersicht erscheint, war in beiden Durchgängen bei 81 von 84 Suchen gleich. Die zitierten Websites wechselten dagegen stark. Bei den 56 Suchen mit Übersicht in beiden Durchgängen überschnitten sich die Quellen im Schnitt nur zu 61 Prozent. Am deutlichsten bei der Frage nach dem besten IT-Dienstleister für KMU in Zürich: Beim ersten Mal stützte sich die Übersicht auf die Websites von vier IT-Firmen, beim zweiten Mal auf sieben ganz andere Quellen, darunter eine Bestenliste und LinkedIn. Keine einzige Website kam in beiden Antworten vor.

    Daraus folgt für die Messung: Eine einzelne Abfrage sagt wenig. Wer wissen will, ob seine Firma in KI-Übersichten vorkommt, muss dieselben Fragen wiederholt stellen und zählen. Wie das geht, steht in KI-Sichtbarkeit messen.

    Was das für KMU heisst

    1. Bei der Anbietersuche zählt die Karte. Für «Ihr Beruf plus Ort» zeigt Google so gut wie nie eine KI-Übersicht, aber fast immer die Karte. Pflegen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil, sammeln Sie Bewertungen und halten Sie Ihre Angaben überall gleich. Die Details stehen in unserer Messung zu Google AI Mode.
    2. Eine Seite pro Kundenfrage. Kosten, Ablauf, Regeln und Begriffe aus Ihrem Fachgebiet: Jede wichtige Frage verdient eine eigene Seite oder einen eigenen Abschnitt, der sie im ersten Absatz beantwortet. Bei Kostenfragen wurden in unserer Messung am häufigsten Anbieter zitiert.
    3. Konkret statt allgemein. Preise in Franken mit einem Rechenbeispiel, Fristen, Zuständigkeiten, Normen. «Je nach Aufwand» gibt der Übersicht nichts, was sie zitieren könnte.
    4. Schweizer Bezug ausdrücklich machen. Nennen Sie Kanton, Gesetz, Norm und Behörde. Wo heute deutsche Seiten zitiert werden, ist der Platz für eine gute Schweizer Antwort frei.
    5. Überschriften wie Fragen. Google stellt im Hintergrund Teilfragen. Eine Überschrift, die genau eine solche Teilfrage aufgreift, mit einer direkten Antwort darunter, ist leichter zu zitieren als ein langer Fliesstext.
    6. Ranking nicht vernachlässigen. Vier von fünf Übersichten zitierten mindestens eines der drei ersten Ergebnisse. Klassisches SEO bleibt eine wichtige Eintrittskarte.

    Was die Search Console zeigt und was nicht

    Die Google Search Console weist KI-Übersichten nicht getrennt aus. Klicks und Impressionen aus der Übersicht laufen in die normalen Zahlen der Websuche ein. Ein Hinweis auf KI-Übersichten ist ein typisches Muster: Die Impressionen bei Fragen bleiben stabil oder steigen, die Klickrate fällt. Prüfen Sie in der Search Console, bei welchen Suchanfragen das passiert, und suchen Sie diese Fragen selbst, um zu sehen, ob und wie Sie in der Übersicht vorkommen.

    Wer nicht in KI-Übersichten verwendet werden will, kann das laut Google mit der Snippet-Steuerung wie nosnippet einschränken. Damit verschwinden aber auch die normalen Textausschnitte unter Ihrem Suchergebnis. Für die meisten KMU ist das der falsche Weg.

    Grenzen dieser Messung

    Wir haben an einem Tag gemessen, von einem Standort aus, auf dem Desktop und ohne Anmeldung. KI-Übersichten können je nach Gerät, Verlauf und Zeitpunkt anders ausfallen, wie der zweite Durchgang zeigt. Die 84 Suchen haben wir selbst formuliert, sie sind typisch, aber nicht repräsentativ für alle Suchen in der Schweiz. Die Einteilung der Quellen in vier Gruppen haben wir von Hand vorgenommen, die Herkunft einer Website leiten wir aus der Domain-Endung ab (.ch, .de). Einzelne Websites lassen sich mehreren Gruppen zuordnen, an den Grössenordnungen ändert das nichts.

    Wie Hierarchy hilft

    Hierarchy ist eine Full-Funnel-Agentur in Zürich, spezialisiert auf SEO, GEO und Paid Ads. Als AEO-Agentur arbeiten wir daran, dass Google Ihre Firma als Antwort zeigt: in KI-Übersichten, im KI-Modus und auf der Karte. Wir bauen Seiten, die Kundenfragen konkret beantworten, pflegen Ihr Google-Unternehmensprofil und messen, bei welchen Fragen Sie zitiert werden.

    Fazit

    KI-Übersichten sind in der Schweiz bei Fragen der Normalfall und bei der Anbietersuche die Ausnahme. Für KMU sind sie deshalb vor allem in der Phase wichtig, bevor jemand einen Anbieter sucht: bei Kosten, Regeln, Begriffen und Vergleichen. Dort werden Anbieter-Websites häufig zitiert, auch ohne Top-Ranking, und bei vielen Fragen fehlt dort heute eine gute Schweizer Antwort. Ob Ihre Firma heute in KI-Antworten vorkommt, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check.

    Quellen

    Tenzin Langdun

    Über den Autor

    Mitgründer von Hierarchy · SEO-, GEO- & KI-Experte

    Tenzin Langdun ist Mitgründer von Hierarchy und leitet dort SEO und GEO: die Sichtbarkeit von Firmen in Google, in Googles KI-Antworten und in Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Claude. Er verantwortet auch die hauseigenen Datenstudien, darunter die KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich mit 1'515 KI-Antworten zu 5'110 Firmen. Er bringt über 10 Jahre Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO mit und war bei KPMG, EY, Siemens, Adnovum und LGT tätig, in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie im Software Engineering für die Versicherungsbranche und für den Banken- und Finanzsektor. Er hat einen BSc der ZHAW und einen MSc in Artificial Intelligence der University of Bath. Seine Forschung zur KI-gestützten Erkennung von Schilddrüsenkrebs ist 2024 in Scientific Reports (Nature Portfolio) erschienen und wurde mit dem Siemens Excellence Award 2024 und dem Lab Sciences Award 2024 der ZHAW ausgezeichnet.