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    ChatGPT Ads laufen seit dem 24. August 2026 in der Schweiz, seit dem 31. August können KMU sie selbst buchen, ab CHF 20 pro Tag. Die Anzeigen erscheinen unter der Antwort, nur für Nutzer der Gratis- und Go-Tarife, und in der Schweiz vorerst ohne Personalisierung: ChatGPT wählt sie nach dem Thema des aktuellen Chats aus. Nicht jede Branche darf werben. Ausserhalb der USA sind Gesundheits-, Finanz- und Rechtsdienstleistungen derzeit ausgeschlossen.

    Seit dem Start der Anzeigen in der Schweiz haben viele Agenturen darüber geschrieben, einiges davon ist inzwischen überholt. Zum Beispiel heisst es noch oft, Schweizer Firmen könnten nur über OpenAI selbst buchen. Dieser Beitrag fasst zusammen, was laut OpenAI tatsächlich gilt (Stand 13. Oktober 2026): wer die Anzeigen sieht, wer werben darf, was es kostet und wie man eine erste Kampagne aufsetzt.

    Was sind ChatGPT Ads?

    ChatGPT Ads, also Werbung in ChatGPT, sind bezahlte Anzeigen. Sie erscheinen unter der Antwort, als «Sponsored» gekennzeichnet und optisch von der Antwort getrennt. Passt eine Anzeige zum Gespräch, zeigt ChatGPT eine oder mehrere Anzeigeneinheiten, die ein oder mehrere Angebote enthalten können. Über das Menü einer Anzeige können Nutzer sie ausblenden, melden, sehen, warum sie ihnen gezeigt wird, oder ChatGPT Fragen dazu stellen.

    ChatGPT-Chat: Auf die Frage «Wo kann ich im Winter schöne Strandferien machen?» nennt ChatGPT Thailand, die Malediven und Sansibar. Darunter, klar abgetrennt, eine als «Gesponsert» gekennzeichnete Anzeige mit Bild, Titel «Traumferien auf den Malediven», kurzem Text und dem Hinweis «Werbung · Separat von der ChatGPT-Antwort»
    So funktioniert eine ChatGPT-Anzeige: Die Antwort bleibt unverändert, die Anzeige passt zum Thema des Chats und steht gekennzeichnet darunter. Beispieldarstellung mit fiktivem Anbieter.

    Wichtig für die Erwartungen: Laut OpenAI beeinflussen Anzeigen die Antworten nicht. Sie laufen auf getrennten Systemen, und Werbetreibende haben keine Möglichkeit, Antworten zu gestalten, zu ranken oder zu verändern. Eine Anzeige kauft also den Platz unter der Antwort, nicht eine Empfehlung in der Antwort.

    Zeitplan: seit wann es ChatGPT Ads in der Schweiz gibt

    DatumWas passiert ist
    9. Februar 2026Start der Anzeigentests in den USA
    18. August 2026OpenAI kündigt ChatGPT Ads für 31 europäische Märkte an, darunter die Schweiz
    24. August 2026Anzeigen laufen in der Schweiz, zunächst nur über das Ads-Team von OpenAI und Partner
    31. August 2026Self-Service im Ads Manager ist in allen 31 europäischen Märkten verfügbar

    Für Self-Service muss die Firma, die wirbt und die Rechnung bekommt, ihren Sitz in einem freigeschalteten Land haben. Die Schweiz ist auf der Liste von OpenAI als verfügbar aufgeführt.

    Wer die Anzeigen sieht

    • Nur die Tarife Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei. Free-Nutzer können die Werbung abschalten, bekommen dann aber weniger Nachrichten und keinen Zugriff auf Werkzeuge wie die Bildgenerierung.
    • Keine Minderjährigen. Konten, die OpenAI als unter 18 einstuft, sehen keine Anzeigen.
    • Keine sensiblen Gespräche. Neben Themen wie persönlicher und psychischer Gesundheit oder Politik erscheinen keine Anzeigen, ebenso wenig in temporären Chats.

    Daraus folgt: Die Zielgruppe sind die Gratis- und Go-Nutzer von ChatGPT. Viele Business-Anwender mit bezahltem Abo erreicht man mit ChatGPT Ads nicht.

    Targeting in der Schweiz: Kontext statt Profil

    In der Schweiz und im EWR gibt es personalisierte Anzeigen vorerst nicht. ChatGPT wählt Anzeigen hier nach dem Thema des aktuellen Chats, dem ungefähren Standort und der Sprache aus. Frühere Chats, Erinnerungen und das bisherige Klickverhalten fliessen nicht ein. Werbetreibende sehen nie Chats, Namen, E-Mail-Adressen oder genaue Standorte, sondern nur zusammengefasste Werte wie Impressionen und Klicks.

    Steuern können Werbetreibende:

    • Orte: Länder, und wo verfügbar Regionen, Städte und Postleitzahlen. Für einen Zürcher Handwerker reicht also der Kanton oder die Stadt.
    • Plattformen: Android-App, Android-Web, Desktop-Web, iOS-App, iOS-Web.
    • Context Hints: Hinweise auf Ebene der Anzeigengruppe, zu welchen Gesprächsthemen eine Anzeige passt. Sie ersetzen ein Stück weit die Keywords, die man von Google Ads kennt.

    Custom Audiences, also eigene Kundenlisten, gibt es zwar, OpenAI rät aber ausdrücklich davon ab, sie für Kampagnen in der Schweiz oder im EWR zu nutzen, solange die Personalisierung dort nicht verfügbar ist.

    Was ChatGPT Ads kosten

    Bei jeder Kampagne wählen Sie ein Ziel, und das Ziel bestimmt den Preis:

    ZielSie bezahlenGeeignet für
    Viewspro 1'000 Impressionen (CPM)Bekanntheit
    Clickspro gültigem Klick (CPC)Besuche auf der Website
    Conversionspro Klick (oCPC) oder pro 1'000 Impressionen (oCPM), optimiert auf eine ConversionAnfragen, Käufe, Registrierungen

    Auch beim Ziel Conversions bezahlen Sie nicht pro Conversion, sondern pro Klick oder Impression. ChatGPT optimiert nur die Auslieferung darauf.

    Mindestbudget: CHF 20 pro Tag bei einem Werbekonto in Franken, EUR 15 bei Abrechnung in Euro. Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über die Woche: An einzelnen Tagen kann ChatGPT bis zum Doppelten ausgeben, über sieben Tage aber nie mehr als das Siebenfache. Wer neu startet, sollte laut OpenAI mit einem Tagesbudget beginnen statt mit einem Gesamtbudget für die ganze Kampagne.

    Klickpreise: Verlässliche Zahlen für die Schweiz gibt es noch nicht, auch nicht von OpenAI. Die Werte, die im Umlauf sind, stammen aus der US-Pilotphase und lassen sich nicht auf den Schweizer Markt übertragen. Planen Sie den ersten Monat deshalb als Test mit festem Budget und messen Sie, was eine Anfrage tatsächlich kostet.

    Für wen sich ChatGPT Ads lohnen, und wer gar nicht werben darf

    Das ist für Schweizer KMU die wichtigste Frage, und hier unterscheidet sich die Schweiz deutlich von den USA. In der Testphase konzentriert OpenAI die Werbung auf Konsumgüter und Haushalt, lokale Dienstleistungen, Reisen und Erlebnisse sowie digitale Produkte und Bildung. Für Gesundheits-, Finanz- und Rechtsdienstleistungen gelten Sonderregeln, die ausserhalb der USA auf ein Verbot hinauslaufen.

    Drei Spalten. Zugelassen: Online-Shops und Konsumgüter, lokale Dienstleistungen wie Handwerk, Reinigung und Umzug, Reisen, Hotels und Erlebnisse, Software, Apps, Kurse und Bildung. Prüfung entscheidet: Grenzfälle wie Treuhand, Steuerberatung und B2B-Beratung sowie Fitness und Wellness ohne Gesundheitsversprechen. Ausserhalb der USA nicht zugelassen: Gesundheitsdienste wie Zahnärzte und Physiotherapie, Finanzdienstleistungen, Rechtsdienstleistungen, Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Dating und politische Werbung
    Wer in der Schweiz auf ChatGPT werben darf, gemäss den Werberichtlinien von OpenAI, Stand Oktober 2026.
    BrancheChatGPT Ads in der SchweizWarum
    Online-Shop, KonsumgütergeeignetKernkategorie der Testphase
    Handwerk, Reinigung, Umzug, Gartenbaugeeignetlokale Dienstleistung, Ausrichtung auf Stadt oder PLZ möglich
    Hotels, Reisen, Erlebnisse, RestaurantsgeeignetReisen und Erlebnisse sind zugelassen, Alkohol darf nicht im Mittelpunkt stehen
    Software, Apps, Kurse, Weiterbildunggeeignetdigitale Produkte und Bildung sind zugelassen
    Fitness, Wellnessmit Vorsichtzulässig ohne medizinische oder Gesundheitsversprechen
    Zahnarzt, Physiotherapie, Arztpraxisnicht zugelassenGesundheitsdienste sind ausserhalb der USA verboten
    Vermögensverwaltung, Versicherung, Kreditenicht zugelassenFinanzdienstleistungen sind ausserhalb der USA verboten
    Anwaltskanzleinicht zugelassenRechtsdienstleistungen sind ausserhalb der USA verboten
    Einzelne Stellen- oder Wohnungsinseratenicht zugelassennur Links auf Plattformen, nicht auf einzelne Angebote

    Grenzfälle wie Treuhand, Steuerberatung oder B2B-Beratung sind in den Richtlinien nicht ausdrücklich geregelt. Hier entscheidet die Prüfung durch OpenAI, die Werbetreibende, Anzeigen und Landingpages einzeln prüft. Rechnen Sie mit einer Ablehnung, wenn die Landingpage nach Finanzdienstleistung aussieht.

    Für Branchen, die nicht werben dürfen, bleibt ChatGPT trotzdem ein wichtiger Kanal: Patientinnen, Mandanten und Kundinnen fragen ChatGPT nach Empfehlungen, und dort zählt allein die organische Sichtbarkeit. Wie das bei Zahnärzten, Anwaltskanzleien und Vermögensverwaltern aussieht, zeigen unsere Branchenauswertungen.

    So richten Sie ChatGPT Ads ein

    1. Konto eröffnen unter ads.openai.com, mit der Firma als Werbetreibender. Die Identität wird geprüft, Zahlungsangaben werden hinterlegt.
    2. Kampagne anlegen: Ziel (Views, Clicks oder Conversions), Budget, Laufzeit, Länder und Orte, optional Plattformen. Ein Hinweis von OpenAI: Bei der ersten Kampagne lassen sich Start- und Enddatum teilweise erst nach dem Erstellen bearbeiten. Veröffentlichen Sie also nicht vorschnell, sonst kann die Anzeige früher starten als geplant.
    3. Anzeigengruppen mit Context Hints: pro Thema eine Gruppe, zum Beispiel «Badsanierung planen» und «Kosten Badumbau», jeweils mit passenden Hinweisen.
    4. Anzeigen erstellen: Titel, Anzeigentext, je nach Format ein Bild, dazu die Landingpage. Die Landingpage muss zum Angebot passen und darf nicht auf ausgeschlossene Inhalte verlinken.
    5. Messung einrichten: OpenAI Pixel auf der Website oder die Conversions API, damit Kampagnen auf Anfragen statt nur auf Klicks optimiert werden können.
    6. Prüfung abwarten und starten: Anzeigen laufen erst, wenn sie die Prüfung bestanden haben und Konto, Zahlung, Budget und Zeitplan stimmen.

    Neue Self-Service-Konten können anfangs nur im eigenen Land werben. Für Schweizer KMU, die Kundschaft in der Schweiz suchen, ist das keine Einschränkung.

    ChatGPT Ads oder Google Ads?

    Google AdsChatGPT Ads
    AuslöserSuchbegriff (Keyword)Thema des Gesprächs, gesteuert über Context Hints
    Personalisierung in der Schweizjavorerst nein
    Reichweitealle Google-Nutzernur Free- und Go-Nutzer von ChatGPT
    Branchenfast alle, mit Auflageneingeschränkt, Gesundheit, Finanzen und Recht ausgeschlossen
    Erfahrungswerte für die Schweizjahrelange Daten zu Klickpreisennoch keine veröffentlichten Werte
    Mindestbudgetkein festes MinimumCHF 20 pro Tag

    Für die meisten KMU ist ChatGPT Ads deshalb kein Ersatz für Google Ads, sondern ein zusätzlicher Test. Am meisten Sinn ergibt er, wenn Leute ChatGPT zu Ihrem Thema tatsächlich um Rat fragen, etwa vor einem Kauf, einer Reise oder einem Umbau, und wenn Ihre Landingpage und Ihr Tracking bereits funktionieren.

    Anzeige und Empfehlung: beide Plätze besetzen

    Eine Anzeige erscheinen lassen und in der Antwort genannt werden, sind zwei verschiedene Dinge. Weil Anzeigen die Antwort laut OpenAI nicht beeinflussen, kann man sich eine Empfehlung nicht kaufen. Umgekehrt bedeutet das: Wer organisch genannt wird und unter der Antwort wirbt, besetzt beide Plätze. Wer nur wirbt, steht womöglich unter einer Antwort, die drei Mitbewerber empfiehlt.

    Wie man in die Antworten selbst kommt, beschreibt Wie werde ich bei ChatGPT empfohlen?. Wie Google mit seinem KI-Modus Firmen auswählt, zeigt unsere Messung Ein Jahr Google AI Mode in der Schweiz.

    Wie Hierarchy hilft

    Hierarchy ist eine Full-Funnel-Marketing- und KI-Agentur in Zürich, spezialisiert auf SEO, GEO und Paid Ads. Wir prüfen zuerst, ob Ihre Branche zugelassen ist und ob ChatGPT Ads für Ihr Angebot Sinn ergeben. Dann setzen wir die Kampagnen auf Ihrem eigenen Konto auf, mit Pixel oder Conversions API, und steuern sie auf Anfragen und Umsatz statt auf Klicks. Weil SEO, GEO und Paid Ads bei uns im selben Team liegen, verbinden wir die Anzeigen mit Ihrer organischen Sichtbarkeit in ChatGPT. Mehr dazu auf der Seite Paid Ads und Growth Marketing.

    Fazit

    ChatGPT Ads sind in der Schweiz seit Ende August 2026 für jede Firma zugänglich, mit einem Mindestbudget von CHF 20 pro Tag. Das Targeting läuft vorerst ohne Personalisierung über das Thema des Gesprächs und den Standort, Klickpreise für die Schweiz sind noch offen. Für Online-Shops, Software, Kurse, Reisen und lokale Dienstleister lohnt sich ein sauber gemessener Test. Gesundheits-, Finanz- und Rechtsdienstleister dürfen in der Schweiz derzeit nicht werben und setzen besser auf organische Empfehlungen.

    Ob ChatGPT Ihre Firma heute schon empfiehlt, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check.

    Über den Autor

    Tenzin Langdun

    KI-Experte & Marketing-Lead bei Hierarchy

    Tenzin ist KI-Experte und Marketing-Lead mit einem MSc in Artificial Intelligence der University of Bath und über 10 Jahren Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO. Er war bei renommierten Unternehmen wie KPMG, EY, Siemens und Adnovum tätig – mit Expertise in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie in der Versicherungsbranche. Gemeinsam mit Martin Oswald ist er Mitautor einer preisgekrönten Forschungsarbeit zur KI-basierten Krebserkennung, veröffentlicht in Nature und ausgezeichnet mit dem nationalen Siemens Excellence Award und dem Lab Sciences Award.