Von Tenzin Langdun

Vermögensverwalter-Marketing: Wen KI in Zürich nennt

Vermögensverwalter in Zürich: Im Chat geht jede zweite KI-Nennung an eine Bank, in Google AI Mode jede sechste. Welche Frage Unabhängige sichtbar macht.

VermögensverwaltungKI-SichtbarkeitGEOZürichFinanzmarketing

Vermögensverwaltung ist die Branche mit dem höchsten Gedächtnis-Anteil unserer Studie: 56 Prozent der KI-Nennungen entstehen, ohne dass eine Seite gelesen wird. Die Hälfte aller Nennungen in ChatGPT, Gemini und Claude geht an UBS, Zürcher Kantonalbank, Julius Bär und andere Banken, bei der englischen Frage sind es 73 Prozent. Bei Google AI Mode ist es jede sechste Nennung. Für unabhängige Zürcher Verwalter gibt es trotzdem zwei Wege in die Antwort: eine bestimmte Art Frage und ein bestimmter Kanal. Dieser Artikel zeigt beide, dazu die Prüfliste, die die Assistenten Ihren Interessenten mitgeben.

Wer in Zürich eine Million anlegen will und keine Bank möchte, fragt heute manchmal zuerst einen Assistenten: «Ich möchte ein Vermögen von rund einer Million Franken verwalten lassen und suche in Zürich einen unabhängigen Vermögensverwalter. Hast du eine Empfehlung?» Die Antwort kommt sofort, mit Namen, Begründung und einer Liste von Fragen fürs Erstgespräch. Für solche Formulierungen veröffentlicht Google keine belastbaren Suchvolumen. Messen lässt sich aber, wer in den Antworten vorkommt und warum.

Für unsere KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich 2026 haben wir Antworten von Claude, ChatGPT und Gemini in zwölf Zürcher Branchen ausgewertet. Für diesen Artikel haben wir die Zeilen zur Vermögensverwaltung nochmals einzeln durchgesehen, Doppelnennungen unter verschiedenen Firmennamen zusammengeführt und Behörden und Verbände herausgerechnet: 15 Antworten auf fünf Fragen, 162 Nennungen, 52 Anbieter, dazu 16 Suchanfragen in Google AI Mode. Die Fragen:

  • «Welche Vermögensverwalter in Zürich kannst du empfehlen?»
  • «Ich möchte ein Vermögen von rund einer Million Franken verwalten lassen und suche in Zürich einen unabhängigen Vermögensverwalter. Hast du eine Empfehlung?»
  • «bester vermögensverwalter zürich»
  • «Nenne mir 5 gute Vermögensverwalter in Zürich und was für sie spricht.»
  • «Which wealth managers in Zurich would you recommend?»

Die Branche, in der am wenigsten nachgeschaut wird

Ein Assistent nennt ein Haus aus dem Gedächtnis des Modells, aus dessen Website, die er während der Antwort liest, oder aus einer Drittseite. Über alle zwölf Branchen verteilt sich das auf 40, 39 und 18 Prozent. Bei Vermögensverwaltern sieht es so aus:

Quelle der NennungVermögensverwalterAlle zwölf Branchen
Gedächtnis des Modells56%40%
Website des Anbieters30%39%
Drittseiten (Listen, Artikel, Portale)13%18%

56 Prozent ist der höchste Gedächtnis-Anteil der ganzen Studie. Am nächsten kommen Architekturbüros mit 52 und Wirtschaftskanzleien mit 51 Prozent. Alle drei haben gemeinsam, dass der Zugang über Ruf und Publizität läuft und weniger über eine Leistungsbeschreibung.

Links: Quelle der KI-Nennungen bei Zürcher Vermögensverwaltern (56 Prozent Gedächtnis, 30 Prozent eigene Website, 13 Prozent Drittseiten) gegenüber allen zwölf Branchen (40, 39, 18). Rechts: Anteil der Banken an den Nennungen, 50 Prozent bei den Chat-Assistenten gegenüber 16 Prozent bei Google AI Mode, dazu der Bankenanteil je Frage von 17 bis 73 Prozent.
Links der Quellenmix, rechts der eigentliche Befund: In den Chat-Antworten geht die Hälfte der Nennungen an Banken, in Google AI Mode jede sechste.

Der Durchschnitt ist ein Mittelwert über drei sehr verschiedene Assistenten:

Assistentaus dem Gedächtnisaus der Website des Anbietersaus Drittseiten
Gemini92%5%3%
Claude23%26%49%
ChatGPT24%74%0%

92 Prozent ist der höchste Gedächtnis-Anteil, den Gemini in einer Branche unserer Studie erreicht. Gemini hat nur bei zwei der fünf Fragen überhaupt gesucht, und nur beim Suchbegriff «bester vermögensverwalter zürich» stützten sich Nennungen auf gelesene Seiten. ChatGPT trägt drei von vier Nennungen über die Website des Hauses. Claude liest vor allem Drittseiten, also Listen, Ratings und Artikel.

Praktisch heisst das: Eine überarbeitete Leistungsseite kann Ihre Position auf ChatGPT innert Wochen verändern, auf Gemini erst mit dem nächsten Modell. Ein Reporting, das die drei Assistenten zu einer Zahl verrechnet, verdeckt genau diesen Unterschied.

Die Hälfte der Nennungen geht an Banken

Am häufigsten genannt wurden UBS und die Zürcher Kantonalbank mit je 13 Nennungen, Julius Bär mit 12 und Vontobel mit 10, danach Pictet, Lombard Odier und der digitale Anbieter True Wealth mit je sechs. Erst dann folgen die ersten unabhängigen Häuser: Tareno, Lakefield Partners, swisspartners, die Asset Management Group Schweiz, Marcuard Heritage und die Aquila-Gruppe mit je fünf Nennungen.

Die Top 10 holen 50 Prozent aller Nennungen, und 25 der 52 Anbieter kamen genau einmal vor. Das Problem der unabhängigen Verwalter ist also nicht, dass eine kleine Gruppe alles abräumt. Es ist, dass die Hälfte der Antwortfläche an Banken geht. Das betrifft alle drei Assistenten: Bei Gemini sind es 56 Prozent, bei ChatGPT 46, bei Claude 44.

Wie stark, hängt an der Frage:

FrageAnteil Bankenaus dem GedächtnisNennungen
Situationsfrage «unabhängiger Verwalter, rund 1 Mio.»17%61%23
«bester vermögensverwalter zürich»31%37%35
«Welche Vermögensverwalter in Zürich …»55%76%29
«Nenne mir 5 gute Vermögensverwalter …»56%74%27
«Which wealth managers in Zurich …»73%46%48

Nur eine der fünf Fragen enthält das Wort «unabhängig», und nur bei ihr fällt der Bankenanteil deutlich. Die vier Banken, die dort noch vorkamen, nannte alle Gemini. Claude nannte bei dieser Frage ausschliesslich unabhängige Häuser, nämlich Tareno, Format Vermögen & Anlagen, Portas Capital, Premium Strategy Partners und Lakefield Partners, obwohl es eine persönliche Empfehlung ausdrücklich ablehnte. ChatGPT nannte Montvalor Partners, ROC Investment, Consus Finance, Aquila, sihlinvest, CV Invest Partners und True Wealth. 23 Nennungen verteilten sich auf 22 Anbieter, und neun davon kamen bei keiner anderen Frage vor.

Auf Englisch konkurrieren Sie mit Grossbanken

Die englische Frage ist die bankenlastigste von allen: 73 Prozent der Nennungen gingen an Banken. Sie brachte auch die meisten Nennungen, 48, und 12 Anbieter, die auf die deutsche Empfehlungsfrage nicht genannt wurden, darunter internationale Häuser wie Stonehage Fleming und Notz Stucki.

Auffällig ist, wie die Antworten zustande kamen. Gemini nannte auf Englisch alles aus dem Gedächtnis. Claude lehnte eine Empfehlung ab und nannte trotzdem 18 Namen, 89 Prozent davon gestützt auf Drittseiten. Darunter war zweimal Credit Suisse, die es als eigenständige Bank seit der Übernahme durch die UBS nicht mehr gibt. Was auf einer veralteten Liste steht, landet so in einer aktuellen Antwort.

Wer international um Mandate wirbt, konkurriert in der englischen KI-Antwort also vor allem mit Banken. Eine englische Seite, die Unabhängigkeit, Mandatsgrösse und Zielgruppe klar beschreibt, ist die Voraussetzung, um dort überhaupt gelesen zu werden.

Was die Assistenten Ihren Interessenten mitgeben

Die Assistenten liefern nicht nur Namen. Claude lehnte in drei der fünf Antworten eine persönliche Empfehlung ausdrücklich ab und verwies auf eine qualifizierte Beratung, auf die Frage nach dem «besten» Verwalter schrieb es, dass es den einen besten nicht gibt. Die meisten Antworten enthalten zudem eine Liste von Punkten, die man vor der Wahl prüfen soll:

Prüfpunkt in der AntwortAntworten (von 15)
FINMA-Bewilligung, Aufsicht13
Retrozessionen, Interessenkonflikte12
Gebührenmodell, All-in-Fee, Gesamtkosten11
Depotbank, Trennung von Verwaltung und Verwahrung9
Mindestanlage, Einstiegsschwelle9
Erstgespräche mit mehreren Anbietern8

Für einen Vermögensverwalter ist diese Tabelle wichtiger als jede Rangliste. Sie zeigt, mit welchen Fragen Interessenten ins Erstgespräch kommen, und sie zeigt, was ein Assistent auf Ihrer Website sucht, wenn er sie liest. Wer Bewilligungsstatus, Aufsichtsorganisation, Gebührenmodell, Umgang mit Retrozessionen, Depotbanken und Mindestanlage klar beschreibt, beantwortet die Prüfliste, bevor sie gestellt wird.

Bei den Begründungen für einzelne Häuser ging es am häufigsten um Unabhängigkeit, persönliche Betreuung und Boutique-Charakter oder Inhaberführung. Gebühren, Mindestanlage, Performance und Nachhaltigkeit standen dagegen nur bei einer Handvoll Nennungen als Grund für ein bestimmtes Haus, obwohl sie als allgemeine Kriterien in vielen Antworten vorkommen. Hier liegt eine Lücke: Wer Gebührenmodell und Mindestanlage konkret auf die Website schreibt, liefert genau die Angabe, die die Assistenten als Kriterium nennen, aber selten einem Haus zuordnen können.

Google AI Mode ist der andere Markt

Der deutlichste Kontrast der Auswertung liegt zwischen den Chat-Assistenten und Google AI Mode. Wir haben Google AI Mode mit 16 Suchanfragen getrennt abgefragt.

Chat-AssistentenGoogle AI Mode
Anteil Banken50%16%
genannte Anbieter5263
davon auch im jeweils anderen Kanal2020

In Google AI Mode stehen vorne Tareno, Wenzinger & Tschan, Descartes, Everon, Maerki Baumann, Woodman und PostFinance. 43 der 63 Anbieter kamen in den Chat-Antworten nicht vor. Als Quellen nutzt Google vor allem die Websites unabhängiger Anbieter, dazu bilanz.ch, moneyland.ch und das Kartenpanel mit Google-Unternehmensprofilen. Dort sind unabhängige Zürcher Verwalter präsent. In den Chat-Antworten stehen dagegen die Banken vorne, ob aus dem Gedächtnis oder aus gelesenen Listen.

Für ein unabhängiges Haus ist Google AI Mode heute der Kanal, in dem Sichtbarkeit am ehesten erreichbar ist. In den Chat-Assistenten muss sie über Jahre erarbeitet werden. Wer nur ChatGPT prüft und daraus schliesst, KI-Sichtbarkeit sei für Unabhängige aussichtslos, misst den falschen Kanal.

Was genannte Häuser anders machen

Wir haben 60 genannte Zürcher Vermögensverwalter mit 12 vergleichbaren verglichen, die in keiner der 15 Antworten vorkamen. Der Median:

Kennzahl (Median)genanntnicht genannt
Erwähnungen im Web insgesamt7204
fremde Domains, die das Haus erwähnen32,52,5
verlinkende Domains350,536
Keywords in Googles Top 10250,5
indexierte Seiten102
Wörter auf der Startseite478,5299
Google-Bewertungen61,5
Sternebewertung4,65,0
strukturierte Daten vorhanden65%33%

Der Abstand bei der Präsenz im Web ist enorm. Genannte Häuser werden im Web hundertfach erwähnt, vergleichbare nicht genannte praktisch gar nicht, und sie ranken für 25 Keywords in Googles Top 10 statt für fast keines. Auf der eigenen Startseite ist der Unterschied kleiner, und die Sternebewertung ist bei den nicht genannten sogar höher. Wie immer bei solchen Vergleichen: Das sind Korrelationen aus einer kleinen Stichprobe, keine Beweise.

Ein Blick auf die Branche insgesamt ergänzt das Bild. Von 93 vermessenen Zürcher Häusern hat die Startseite im Median 470 Wörter, 44 Prozent nutzen LocalBusiness-Schema, 90 Prozent haben ein Google-Unternehmensprofil und kein einziges hat FAQ-Schema.

Die Diagnose: In dieser Branche entscheidet vor allem, ob über ein Haus geschrieben wird. Presse und Erwähnungen lassen sich nicht bestellen. Umso mehr zählt der Teil, der sich steuern lässt.

Verzeichnisse funktionieren hier wirklich

Von den Anbietern, die auf einer vom Assistenten gelesenen Listenseite standen, wurden 41 Prozent in derselben Antwort auch genannt. Über alle zwölf Branchen sind es 25 Prozent. Nur IT-Dienstleister liegen mit 48 Prozent höher, Treuhänder kommen auf 15 und Zahnärzte auf 11 Prozent.

Die Listenquellen, die während der Antworten tatsächlich geöffnet wurden, sind Wikipedia, bilanz.ch, digitalmedia.ch, valindex.ch, bellevue.ch und listenchampion.de. Unter allen Quellenangaben führen finguide.ch, descartes.swiss, finma.ch und bilanz.ch.

Wenn ein Assistent für diese Branche eine Liste liest, übernimmt er überdurchschnittlich viel davon. Gleichzeitig ist die Quellenlage dünn und teilweise international. Für ein einzelnes Haus heisst das: Wenige gute Listenplätze bewegen schon viel.

Was ein Zürcher Vermögensverwalter konkret tun kann

Die Prüfliste der Assistenten auf der Website beantworten. FINMA-Bewilligung und Aufsichtsorganisation, Gebührenmodell, Umgang mit Retrozessionen, Depotbanken, Ablauf des Erstgesprächs. Das sind die Punkte, die in den meisten Antworten stehen.

Die Mindestanlage hinschreiben. In neun Antworten war sie ein Kriterium, und sie ist die Angabe, mit der ein Assistent eine Anfrage mit Betrag einem Haus zuordnen kann.

Unabhängigkeit konkret belegen. Bankenunabhängig, inhabergeführt, keine eigenen Produkte, freie Wahl der Depotbank. Unabhängigkeit gehört zu den häufigsten Begründungen für ein einzelnes Haus, und nur die Frage mit diesem Wort drängt die Banken zurück.

FAQ-Abschnitte anlegen. Keines der 93 vermessenen Häuser hat FAQ-Schema. In einer Branche, in der Interessenten sehr konkrete Fragen haben, ist das eine unbesetzte Fläche.

Die englische Fassung als eigene Seite pflegen. Die englische Frage brachte die meisten Nennungen und den höchsten Bankenanteil. Wer dort gegen Banken bestehen will, braucht eine Seite, die ChatGPT und Claude lesen können.

Google AI Mode getrennt behandeln. Dort liegt der erreichbare Kanal: vollständiges Google-Unternehmensprofil, saubere Standortdaten, Präsenz auf den Seiten, die Google dort liest.

Erwähnungen ausserhalb der eigenen Domain aufbauen. 720 gegenüber 4 Web-Erwähnungen ist der härteste Befund dieser Auswertung. Marktkommentare mit eigener Seite, Fachbeiträge, Verbandsauftritte, Vorträge, Interviews. Das wirkt langsam und ist das Einzige, was auf den Gedächtnis-Anteil wirkt.

Checkliste: 12 Punkte für die Website Ihres Vermögensverwaltungshauses

Und ein 13. Punkt, der nicht auf der Website liegt: Messen Sie es, und messen Sie Google AI Mode getrennt. Wie das geht, steht in KI-Sichtbarkeit messen.

Was wir für Vermögensverwalter machen

Hierarchy ist eine Full-Funnel-Marketing- und KI-Agentur für KMU in Zürich, spezialisiert auf SEO, GEO und Paid Ads, mit Marketing und Engineering in einem Team von vier Personen. Wir stützen unsere Empfehlungen auf eine eigene Datenstudie zu KI-Empfehlungen und setzen die Änderungen selbst um: Texte, Leistungs- und Profilseiten, Schema, englische Fassung, Verzeichnis- und Profilpflege. Wo Ihr Haus heute steht, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check. Details zu den Leistungen: SEO & KI-Sichtbarkeit.

Fazit

Vermögensverwaltung ist die Branche, in der die Assistenten am seltensten nachschauen: 56 Prozent der Nennungen kommen aus dem Modellgedächtnis. Die Hälfte aller Chat-Nennungen geht an Banken, bei der englischen Frage drei Viertel. Zwei Befunde geben den Unabhängigen trotzdem einen Weg: Enthält die Frage eine Anlagesumme und das Wort «unabhängig», sinkt der Bankenanteil auf 17 Prozent und ein breites Feld erscheint. Und in Google AI Mode liegt der Bankenanteil bei 16 Prozent. Dazu kommt eine Prüfliste, die die Assistenten den meisten Interessenten mitgeben: Bewilligung, Gebühren, Retrozessionen, Depotbank, Mindestanlage. Wer sie auf seiner Website beantwortet, ist für Assistent und Interessent gleichermassen vorbereitet. Die Zahlen zu allen zwölf Branchen stehen in der KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich 2026. Wie andere beratende Berufe abschneiden: Anwaltskanzlei-Marketing Zürich und Treuhand-Marketing Zürich.

Häufige Fragen

Empfehlen ChatGPT und Gemini konkrete Vermögensverwalter in Zürich?
Ja, wenn auch mit Vorbehalten. Auf fünf Fragen nannten ChatGPT, Gemini und Claude in 15 Antworten 162 Mal einen konkreten Anbieter, verteilt auf 52 Häuser. Claude lehnte in drei Antworten eine persönliche Empfehlung ausdrücklich ab und verwies auf eine Fachberatung, nannte aber trotzdem Namen. Die meisten Antworten gaben dazu eine Liste mit Prüfpunkten mit: FINMA-Bewilligung, Gebührenmodell, Retrozessionen, Depotbank.
Woher nehmen die Assistenten ihre Empfehlung für einen Vermögensverwalter?
56 Prozent der Nennungen stammen aus dem Gedächtnis des Modells, ohne dass während der Antwort eine Seite gelesen wird. Das ist der höchste Gedächtnis-Anteil aller zwölf Branchen unserer Studie, über alle Branchen liegt er bei 40 Prozent. 30 Prozent stützen sich auf die Website des Anbieters, 13 Prozent auf Drittseiten. Auf Gemini kommen sogar 92 Prozent der Nennungen aus dem Gedächtnis.
Warum nennen die Assistenten Banken, wenn ich nach einem Vermögensverwalter frage?
Weil Banken sowohl im Modellgedächtnis als auch auf den gelesenen Listen und Ratings vorne stehen. Über alle fünf Fragen geht die Hälfte der Nennungen an Banken: UBS, Zürcher Kantonalbank, Julius Bär, Vontobel, Pictet, Lombard Odier und andere, ob aus dem Gedächtnis oder aus gelesenen Seiten. Bei der englischen Frage sind es 73 Prozent. Nur bei der Situationsfrage nach einem unabhängigen Verwalter für rund eine Million Franken fällt der Anteil auf 17 Prozent.
Nennt Google AI Mode andere Vermögensverwalter als ChatGPT?
Deutlich andere. In den Chat-Antworten geht die Hälfte der Nennungen an Banken, in Google AI Mode 16 Prozent. Google AI Mode nannte auf 16 Suchanfragen 63 Anbieter, nur 20 davon kamen auch in den Chat-Antworten vor. Vorne stehen unabhängige Häuser wie Tareno, Wenzinger & Tschan, Descartes und Everon.
Welche Anbieter werden am häufigsten genannt?
UBS und die Zürcher Kantonalbank mit je 13 Nennungen, Julius Bär mit 12, Vontobel mit 10, danach Pictet, Lombard Odier und True Wealth mit je 6. Die ersten unabhängigen Verwalter folgen mit je fünf Nennungen, darunter Tareno, Lakefield Partners und swisspartners. Die Top 10 holen 50 Prozent der Nennungen, 25 der 52 genannten Anbieter kamen genau einmal vor.
Worauf sollen Interessenten laut den Assistenten achten?
In 12 der 15 Antworten ging es um Retrozessionen und Interessenkonflikte, in 11 um das Gebührenmodell, in 13 kam die FINMA-Bewilligung zur Sprache. In 9 Antworten ging es um die Depotbank und um die Mindestanlage, in 8 rieten die Assistenten zu Erstgesprächen mit mehreren Anbietern. Wer diese Fragen auf seiner Website beantwortet, liefert dem Assistenten den Stoff, den er ohnehin weitergibt.
Was unterscheidet genannte von nicht genannten Vermögensverwaltern?
Die Sichtbarkeit ausserhalb der eigenen Website, und zwar deutlich. Im Median haben genannte Anbieter 720 Erwähnungen im Web, vergleichbare nicht genannte 4. Sie werden auf 32,5 statt 2,5 fremden Domains erwähnt, haben 350,5 statt 36 verlinkende Domains und ranken für 25 Keywords in Googles Top 10, nicht genannte für fast keine. Auf der eigenen Startseite ist der Abstand kleiner: 478,5 gegenüber 299 Wörtern.
Bringen Verzeichnisse und Vergleichsportale bei Vermögensverwaltern etwas?
Mehr als in fast jeder anderen Branche. Von den Anbietern, die auf einer vom Assistenten gelesenen Listenseite standen, wurden 41 Prozent in derselben Antwort genannt. Über alle zwölf Branchen sind es 25 Prozent, nur IT-Dienstleister liegen höher. Die meistgelesenen Listenquellen sind Wikipedia, bilanz.ch, digitalmedia.ch, valindex.ch und bellevue.ch.
Wie viele Google-Bewertungen braucht ein Vermögensverwalter?
Wenige, aber mehr als keine. Genannte Zürcher Vermögensverwalter haben im Median 6 Google-Bewertungen, vergleichbare nicht genannte 1,5. Die Sternebewertung ist bei den nicht genannten sogar höher, 5,0 gegen 4,6. Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil haben 90 Prozent der Branche, es ist also eher Pflicht als Unterscheidungsmerkmal.
Wie prüfe ich, ob eine KI meinen Vermögensverwalter empfiehlt?
Stellen Sie ChatGPT, Gemini, Claude und Google AI Mode monatlich dieselben fünf Fragen, darunter eine mit Anlagesumme und dem Wort «unabhängig» und eine auf Englisch, und notieren Sie, wer genannt wird und mit welcher Begründung. Prüfen Sie Google AI Mode separat, weil dort ein anderer Anbieterkreis erscheint. Der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check von Hierarchy macht das einmalig für Sie.
Tenzin Langdun

Über den Autor

Tenzin Langdun

KI-Experte & Marketing-Lead bei Hierarchy

Tenzin ist KI-Experte und Marketing-Lead mit einem MSc in Artificial Intelligence der University of Bath und über 10 Jahren Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO. Er war bei renommierten Unternehmen wie KPMG, EY, Siemens und Adnovum tätig – mit Expertise in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie in der Versicherungsbranche. Gemeinsam mit Martin Oswald ist er Mitautor einer preisgekrönten Forschungsarbeit zur KI-basierten Krebserkennung, veröffentlicht in Nature und ausgezeichnet mit dem nationalen Siemens Excellence Award und dem Lab Sciences Award.