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    Balkendiagramm der API-Preise pro Million Output-Tokens im Oktober 2026: GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 je 50 USD, Claude Opus 5.5 20 USD, Gemini 4 Argon, GPT-6.1 Sol und Claude Sonnet 5.5 je 10 USD, Gemini 3.8 Flash 3,75 USD, Claude Haiku 5.5 und GPT-6 Luna je 0,50 USD
    Die Spitzenmodelle bleiben teuer, die neue Mittelklasse kostet einen Fünftel bis zwei Fünftel. Stand Oktober 2026.

    Im Herbst 2026 hat sich weniger an der Spitze verändert als in der Mitte. GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 sind weiterhin die stärksten Modelle. Neu ist, dass GPT-6.1 Sol, Claude Opus 5.5 und Claude Sonnet 5.5 sowie Googles neues Spitzenmodell Gemini 4 Argon zum Einführungspreis fast dieselbe Leistung für einen Fünftel bis zwei Fünftel des Preises liefern. Für die meisten Aufgaben in einem KMU ist das teuerste Modell damit nicht mehr die richtige Wahl.

    Seit meinem Vergleich von GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1 Anfang September sind innert fünf Wochen acht neue Modelle erschienen. Dieser Beitrag ordnet sie ein: was sie kosten, was die Benchmarks zeigen, was wir selbst mit drei aktuellen Modellen gemessen haben und welches Modell ich heute für welche Aufgabe nehme. Geht es Ihnen um die Wahl des Assistenten für den Büroalltag statt um das Modell dahinter, hilft ChatGPT vs. Claude für KMU.

    Was sich seit September geändert hat

    DatumWasBedeutung
    22. SeptemberOpenAI GPT-6 Sol und GPT-6 LunaMittelklasse und Billigmodell, beide dauerhaft günstiger als die Vorgänger
    22. SeptemberClaude Opus 5.5Fast Fable-Niveau für 4 und 20 USD statt 10 und 50 USD
    28. SeptemberClaude Sonnet 5.5Neue Mittelklasse von Anthropic, Sonnet 5 ist jetzt Legacy
    29. SeptemberGPT-6.1 SolFast Astra-Leistung zu rund einem Fünftel des Preises
    6. OktoberMistral Large 4 als VorschauEuropäisches Modell, offene Gewichte angekündigt
    7. OktoberClaude Haiku 5.5Billigmodell mit 1 Million Tokens Kontext
    13. OktoberGemini 4 Argon öffentlichGoogles neues Spitzenmodell, in der App nur in den Abos AI Pro und Ultra

    Zwei Dinge fallen auf. Erstens hat OpenAI keinen Astra-Nachfolger gebracht, sondern das Mittelklasse-Modell so stark gemacht, dass es für viele Aufgaben an Astra heranreicht. Zweitens senken alle drei grossen Anbieter die Preise in der Mitte, während die Spitzenmodelle teuer bleiben.

    Die Preisliste

    Preise der Programmierschnittstelle (API) in USD pro Million Tokens, Input und Output. Für die Abos in ChatGPT, Claude und Gemini zahlen Sie einen Monatspreis, dort zählen die Nutzungslimits.

    ModellAnbieterInputOutputEinordnung
    GPT-6 AstraOpenAI1050Spitzenmodell
    Claude Fable 5.1Anthropic1050Spitzenmodell
    Claude Opus 5.5Anthropic420obere Mittelklasse
    Gemini 4 ArgonGoogle2 (ab 1. Dezember 4)10 (ab 1. Dezember 20)Spitzenmodell, Einführungspreis
    GPT-6.1 SolOpenAI210Mittelklasse
    Claude Sonnet 5.5Anthropic210Mittelklasse
    Gemini 3.8 FlashGoogle0,75 (bis Ende Jahr)3,75 (bis Ende Jahr)günstig, schnell
    Claude Haiku 5.5Anthropic0,100,50Billigmodell, bis 100'000 Tokens pro Anfrage
    GPT-6 LunaOpenAI0,100,50Billigmodell

    Was das in der Praxis heisst: Eine Aufgabe, die mit Fable 5.1 einen Franken kostet, kostet mit Sonnet 5.5 oder GPT-6.1 Sol rund zwanzig Rappen und mit Haiku 5.5 oder Luna rund einen Rappen. Bei hundert solchen Aufgaben am Tag ist das der Unterschied zwischen einem Budgetposten und einer Fussnote.

    Was die Benchmarks zeigen

    Die Benchmarks sind im Herbst 2026 schwerer zu vergleichen als früher. Der lange übliche SWE-bench Verified ist praktisch ausgereizt, die Hersteller veröffentlichen unterschiedliche Tests, und viele Werte sind Herstellerangaben. Die folgende Tabelle zeigt nur Werte, die für mindestens zwei Modelle auf demselben Test vorliegen.

    BenchmarkGPT-6 AstraClaude Fable 5.1Gemini 4 ArgonWas er misst
    Terminal-Bench 4.057,7 %55,8 %57,6 %Agentische Arbeit im Terminal
    Humanity's Last Exam (mit Werkzeugen)57,2 %65,0 %–Sehr schwere Fachfragen
    GPQA Diamond96,0 %93,7 %–Naturwissenschaftliche Fragen auf Doktoratsniveau

    Für die Mittelklasse gibt es einen gemeinsamen Index eines unabhängigen Analysehauses, mit den Kosten pro Aufgabe. Er misst allgemeine Intelligenz über viele Tests und zeigt, was Sie pro Aufgabe zahlen:

    ModellIntelligenz-IndexKosten pro Aufgabe
    Claude Sonnet 5.556,01,08 USD
    Gemini 4 Argon52,61,99 USD
    GPT-6.1 Sol51,80,72 USD
    GPT-6 Astra (zum Vergleich)–3,26 USD

    Für Claude Opus 5.5 hat Anthropic nur relative Vergleiche veröffentlicht: auf einem Coding-Test besser als GPT-6 Astra zu rund einem Fünftel der Kosten pro Aufgabe, auf Terminal-Bench 4.0 gleichauf mit Astra zu rund 40 Prozent der Kosten. Unabhängige Werte stehen noch aus.

    Was wir selbst gemessen haben

    Für unsere Branchenstudien im Oktober haben wir drei der aktuellen Modelle mit Websuche identische Fragen gestellt: GPT-6.1 Sol in ChatGPT, Claude Sonnet 5.5 und Gemini 3.8 Flash. Je 32 Antworten pro Modell zu Immobilienmaklern, ästhetischer Medizin, Badsanierung und Haustechnik in Zürich. Das ist kein Benchmark, aber es zeigt die Persönlichkeit der Modelle sehr deutlich:

    GPT-6.1 Sol (ChatGPT)Claude Sonnet 5.5Gemini 3.8 Flash
    Firmen pro Antwortrund 3rund 7 bis 9rund 6 bis 8
    Zitierte Quellen pro Antwortrund 3 bis 4rund 5 bis 6rund 7 bis 9
    Länge pro Antwortrund 300 Wörterrund 350 bis 400 Wörterrund 370 bis 420 Wörter

    GPT-6.1 Sol wählt aus und begründet knapp. Wer ChatGPT nach einem Anbieter fragt, bekommt eine kurze Liste, oft mit einer klaren persönlichen Empfehlung. Claude Sonnet 5.5 nennt mehr Namen und ist vorsichtiger: Bei der Frage nach einem Sanitär-Notdienst unterschied es von sich aus zwischen Betrieben mit eigenem Sitz in Zürich und reinen Vermittlungs-Hotlines und riet, Preise vorab zu erfragen. Gemini 3.8 Flash liest am meisten Quellen und liefert die längsten Antworten, mit vielen Namen aus Verzeichnissen und Listen.

    Für Unternehmen, die in diesen Antworten vorkommen wollen, heisst das: ChatGPT ist der engste Flaschenhals. Wer dort unter den drei Namen stehen will, braucht die überzeugendste Seite zur gestellten Frage. Wie man das misst, steht in KI-Sichtbarkeit messen.

    Welches Modell ich für welche Aufgabe nehme

    AufgabeMeine WahlWarum
    Anspruchsvolles Coding, ArchitekturClaude Fable 5.1Bleibt für mich das beste Coding-Modell, trotz geteilter Benchmarks
    Alltägliches Coding, Agenten mit vielen SchrittenClaude Opus 5.5Fast Fable-Niveau für weniger als die Hälfte
    3D, Blender, UnrealGPT-6 AstraHier ist Astra wirklich, wirklich gut
    Texte, E-Mails, KonzepteClaude Sonnet 5.5 oder Opus 5.5Natürlicher Ton, gutes Deutsch
    Recherche mit vielen QuellenGemini 4 Argon oder GPT-6.1 SolArgon stark bei Erklärungen und Sprachen, Sol günstig und präzise
    Agentische Aufgaben mit vielen AufrufenGPT-6.1 SolTiefste Kosten pro Aufgabe in der Mittelklasse
    Klassifizieren, Zusammenfassen in MengenClaude Haiku 5.5 oder GPT-6 LunaKostet fast nichts, reicht für klar definierte Aufgaben

    Mein Setup aus dem Juli, ein starkes Modell als Planer und ein günstigeres als Ausführer, funktioniert mit der neuen Mittelklasse noch besser: Fable 5.1 oder Opus 5.5 plant und prüft, GPT-6.1 Sol oder Sonnet 5.5 setzt die einzelnen Schritte um. Für Agenten im Unternehmen beschreibt KI-Agenten im Unternehmen, wie man so etwas sicher aufbaut.

    Was Entwickler nach den ersten Wochen sagen

    • Claude Opus 5.5: Gelobt werden der natürlichere Schreibstil und die Effizienz. Kritik gibt es an den wöchentlichen Nutzungslimits in den Abos, die bei Multi-Agenten-Arbeit schnell erreicht sind, und an Ablehnungen bei Sicherheitsthemen. Viele fragen, warum sie nicht gleich Sonnet 5.5 nehmen sollen.
    • Claude Sonnet 5.5: Gilt als gute, günstige Wahl für klar abgegrenzte Aufgaben.
    • GPT-6.1 Sol: Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird fast durchwegs gelobt. Diskutiert wird, dass das Modell laut OpenAIs eigener Sicherheitsdokumentation häufiger als Astra an einer Aufgabe festhält, obwohl es abbrechen sollte.
    • Gemini 4 Argon: Gelobt für Texte, Erklärungen, nicht-englische Sprachen und Tempo. Kritisiert werden Denkschleifen, die nicht enden, beim agentischen Coding ein Rückstand auf Claude und der verwirrende, auf teure Abos beschränkte Start.

    Datenschutz: was Schweizer KMU prüfen sollten

    Die Modellwahl ist auch eine Vertragsfrage. Für Firmendaten gehören drei Dinge geklärt: ein Business- oder API-Vertrag, der das Training auf Ihren Daten ausschliesst, eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung nach revDSG und, je nach Daten, ein Hosting in der EU oder der Schweiz. Microsoft bietet OpenAI-Modelle über Azure auch in der Region Schweiz Nord an, Claude ist über AWS und Google Cloud in EU-Regionen verfügbar. Neue Modelle kommen dort oft mit Verzögerung an, prüfen Sie deshalb für jedes Modell, ob es in Ihrer Region schon angeboten wird. Mehr dazu in KI und Datenschutz in der Schweiz und in Interne KI-Richtlinie.

    Fazit

    Die wichtigste Veränderung im Herbst 2026 ist nicht ein neues Spitzenmodell, sondern die neue Mittelklasse. GPT-6.1 Sol, Claude Opus 5.5, Sonnet 5.5 und, vorerst zum Einführungspreis, Gemini 4 Argon machen die teuersten Modelle für die meisten Aufgaben überflüssig. Meine Empfehlung für KMU: Standardmässig ein Mittelklasse-Modell, ein Spitzenmodell nur für die wirklich schweren Aufgaben, ein Billigmodell für die Masse. Und vor jeder grösseren Entscheidung ein Test mit den eigenen Aufgaben. Wie Ihr Team das im Alltag umsetzt, zeigen unsere KI-Workshops für KMU. Den Vergleich vom Juli mit Fable 5, GPT-5.6 Sol und Kimi K3 finden Sie in KI-Modelle im Vergleich 2026.

    Über den Autor

    Tenzin Langdun

    KI-Experte & Marketing-Lead bei Hierarchy

    Tenzin ist KI-Experte und Marketing-Lead mit einem MSc in Artificial Intelligence der University of Bath und über 10 Jahren Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO. Er war bei renommierten Unternehmen wie KPMG, EY, Siemens und Adnovum tätig – mit Expertise in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie in der Versicherungsbranche. Gemeinsam mit Martin Oswald ist er Mitautor einer preisgekrönten Forschungsarbeit zur KI-basierten Krebserkennung, veröffentlicht in Nature und ausgezeichnet mit dem nationalen Siemens Excellence Award und dem Lab Sciences Award.