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    Bei der Frage nach einem Anbieter liest ChatGPT selten nur Ihre Website. Es sucht zuerst nach Bestenlisten, Verzeichnissen und Vergleichsartikeln und empfiehlt dann die Firmen, die dort stehen. In unserer KI-Sichtbarkeits-Studie wurden Firmen, die auf einer vom Assistenten gelesenen Seite standen, 8,2-mal so wahrscheinlich genannt. Digital PR für KI-Sichtbarkeit heisst deshalb: systematisch und seriös auf genau diese Seiten kommen. Nicht auf irgendwelche, sondern auf die, die in Ihrer Branche tatsächlich zitiert werden.

    Die Ausgangslage klingt in vielen Firmen ähnlich. Eine Beratungsfirma stellt fest, dass sie in den einschlägigen Rankings kaum vorkommt, obwohl genau diese Rankings bei Anbieterfragen ständig als Quelle auftauchen. Ein B2B-Unternehmen fehlt in fast allen Bestenlisten und Fachverzeichnissen der eigenen Branche. Eine Kommunikationsabteilung will ihre Medienarbeit so ausrichten, dass sie nicht nur Clippings liefert, sondern auch Empfehlungen in ChatGPT und Google AI Mode.

    Dieser Beitrag zeigt, wie Sie die Quellen finden, die in Ihrer Kategorie zählen, welche Arten von Quellen es gibt, wie Sie legitim hineinkommen und wie Sie die Wirkung messen. Warum KI-Assistenten überhaupt bestimmte Firmen empfehlen, steht ausführlich in Wie werde ich bei ChatGPT empfohlen?. Hier geht es um den Teil, der ausserhalb Ihrer eigenen Website liegt.

    Warum Drittquellen bei Anbieterfragen so stark wirken

    ChatGPT mit Websuche geht bei einer Frage wie «Welche Beratungsfirmen in Zürich sind auf Nachfolgeplanung spezialisiert?» in drei Schritten vor: Es sucht nach Listen, Verzeichnissen und Vergleichen, öffnet die Websites der Firmen, die es dort findet, und formuliert daraus seine Empfehlung. Wer auf der Liste fehlt, kommt im zweiten Schritt gar nicht mehr vor.

    Unsere eigenen Daten zeigen, wie stark dieser Effekt ist. Für die KI-Sichtbarkeits-Studie haben wir 14'135 Nennungen zu 5'110 Zürcher Firmen aus zwölf Branchen zurückverfolgt:

    • Auf der Seite stehen ist 8,2-mal so viel wert. Firmen, die auf einer Seite standen, die der Assistent nachweislich las, wurden 8,2-mal so wahrscheinlich genannt wie Firmen, die dort fehlten.
    • Die Position auf der Liste zählt mit. Firmen im oberen Drittel einer Listenseite wurden in 31 Prozent der Fälle genannt, Firmen im unteren Drittel in 21 Prozent.
    • Der direkte Anteil schwankt stark nach Branche. Über alle Branchen stammen 18 Prozent der Nennungen direkt von Drittseiten, bei Physiotherapien 9 Prozent, bei Umzugsfirmen 32 Prozent.
    • Das Gedächtnis des Modells trägt am meisten. Rund 40 Prozent der Nennungen entstehen ganz ohne geöffnete Seite, bei Vermögensverwaltern 57 Prozent. Was über Ihre Firma über Jahre in Medien, Verzeichnissen und Fachbeiträgen steht, gehört zu dem Material, aus dem Modelle lernen. Digital PR wirkt deshalb doppelt: kurzfristig über die Websuche, langfristig über das Gedächtnis.

    Bei Google AI Mode sieht das Bild ähnlich aus. In unserer Auswertung von 100 Antworten stammten von 483 verlinkten Quellen 25 Prozent von Portalen, Buchungs- und Vergleichsplattformen, 10 Prozent von Verbänden und Behörden und 4 Prozent von Medien und Stadtführern. Bei B2B-Fragen stützte sich der KI-Modus deutlich seltener auf Google-Maps-Karten, bei IT-Dienstleistern nur in 3 von 10 Antworten, und antwortete öfter mit Listen, Vergleichsportalen und «Beste Anbieter»-Artikeln.

    Schritt 1: Die Quellenkarte für Ihre Kategorie erstellen

    Der häufigste Fehler bei Digital PR für KI-Sichtbarkeit ist, mit einer Medienliste zu beginnen. Die richtige Arbeitsliste entsteht aus den Antworten selbst:

    1. Kundenfragen sammeln. Formulieren Sie 20 bis 40 Fragen so, wie Ihre Kunden sie stellen: «Welche Anbieter für X in der Schweiz kannst du empfehlen?», «Wer ist auf Y spezialisiert?», «X oder Y für ein KMU mit 50 Mitarbeitenden?». Vor allem Problem- und Kategoriefragen, kaum Fragen nach Ihrem Namen.
    2. Über mehrere Systeme stellen. ChatGPT mit Websuche, Perplexity, Gemini und Google AI Mode zitieren unterschiedliche Quellen. Wer nur ein System betrachtet, sieht nur einen Teil der Karte.
    3. Jede zitierte URL notieren und nach Domain zählen. Nach zwei bis drei Durchgängen zeigt sich ein Kern von Seiten, die immer wieder auftauchen. In vielen Kategorien sind das überschaubar wenige Domains.
    4. Jede Quelle einordnen. Stehen Sie dort? Wenn ja, an welcher Position und mit welcher Beschreibung? Wenn nein, wer steht dort, und nach welchen Kriterien kommt man hinein?

    KI-Antworten schwanken von Durchgang zu Durchgang. Eine einzelne Abfrage ist deshalb keine Quellenkarte, sondern eine Momentaufnahme. Wie man eine wiederholbare Messung mit festem Prompt-Set aufbaut, steht in KI-Sichtbarkeit messen. Viele Monitoring-Tools zeigen die zitierten Quellen pro Antwort inzwischen direkt an, was den dritten Schritt deutlich beschleunigt.

    Vier Schritte von der Kundenfrage zur Platzierung: Kundenfragen stellen, zitierte Quellen sammeln und nach Domain zählen, Lücken und Positionen einordnen, gezielt hineinkommen und neu messen. Darunter zwei Werte aus der KI-Sichtbarkeits-Studie: Auf der gelesenen Seite stehen ist 8,2-mal so viel wert, oberes Drittel einer Liste 31 Prozent Nennungen, unteres Drittel 21 Prozent
    Die Arbeitsliste für Digital PR entsteht aus den KI-Antworten selbst, nicht aus einer Medienliste. Werte aus der KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich 2026.

    Schritt 2: Die Quellentypen und wie Sie hineinkommen

    Die Quellenkarte enthält fast immer eine Mischung aus denselben Typen. Jeder Typ hat seinen eigenen Weg hinein:

    QuellentypTypische BeispieleWie Sie hineinkommen
    Bestenlisten und «Beste Anbieter»-ArtikelRankings in Fachportalen, Vergleichsartikel von Medien und BranchenblogsKriterien der Liste prüfen, die Redaktion oder den Autor mit Belegen kontaktieren: Spezialisierung, Referenzen, Bewertungen, Fachbeiträge. Viele Listen werden regelmässig aktualisiert
    Branchen-, Vergleichs- und OffertenportaleIn unserer AI-Mode-Auswertung etwa sortlist.ch, gryps.ch, ofri.ch, je nach BrancheVollständiges Profil mit den richtigen Kategorien, klarer Leistungsbeschreibung und Bewertungen
    Verbände und KammernMitgliederverzeichnisse von Berufs- und Branchenverbänden, etwa SIA oder AnwaltsverbandMitgliedschaft und gepflegtes Profil im Verzeichnis, Mitarbeit in Fachgruppen, Referate an Verbandsanlässen
    Fachmedien und LokalmedienFachzeitschriften und Branchenportale, Wirtschaftsteil regionaler MedienGastbeiträge, Expertenzitate zu aktuellen Themen, eigene Daten und Studien, die Journalisten zitieren können
    BewertungsplattformenGoogle-Unternehmensprofil, bei Software Plattformen wie G2 oder CapterraAktiv um Bewertungen bitten. In unserer Studie steigt der Anteil genannter Firmen bis rund 30 Bewertungen deutlich, danach kaum noch
    Awards und Rankings mit JuryBranchenpreise mit veröffentlichten KriterienNur Wettbewerbe mit transparenten Kriterien und unabhängiger Jury; der Gewinn wird in Medien und auf Partnerseiten erwähnt
    EntitätsquellenHandelsregister und Zefix, LinkedIn, Wikidata, WikipediaEinheitliche Daten überall. Wikipedia nur, wenn die Relevanzkriterien erfüllt sind und unabhängige Quellen existieren; bezahlte Bearbeitungen müssen dort offengelegt werden

    Zwei Dinge fallen in der Praxis immer wieder auf. Erstens sind die zählenden Quellen sehr branchenspezifisch. In unserer AI-Mode-Auswertung tauchten bei Handwerkern Offertenportale auf, bei Anwälten der Zürcher Anwaltsverband und bei Architekten die SIA-Sektion Zürich, während ein allgemeines Branchenverzeichnis auf zwei Verweise kam. Masseneinträge in beliebigen Verzeichnissen bringen deshalb wenig. Zweitens zählt nicht nur, ob Sie auf einer Seite stehen, sondern wie. Ein Eintrag mit einem Satz wie «spezialisiert auf Nachfolgeplanung für KMU im Raum Zürich» gibt dem Assistenten eine Begründung, die er übernehmen kann. Ein Eintrag mit Name und Telefonnummer gibt ihm keine.

    Schritt 3: Digital PR, die zitierbar ist

    Klassische Pressearbeit misst Erfolg oft in Reichweite. Für KI-Sichtbarkeit zählt etwas anderes: ob die Erwähnung auf einer Seite steht, die Assistenten lesen, und ob sie klar sagt, wer Sie sind und wofür Sie stehen. Daraus ergeben sich einige Formate, die besonders gut funktionieren:

    • Eigene Daten und Studien. Eine Auswertung mit echten Zahlen aus Ihrem Fachgebiet ist das, was Journalisten und Fachportale am ehesten zitieren, und sie macht Ihre Firma zur Quelle statt zum Thema. Wichtig ist eine saubere Methode, die Sie offenlegen.
    • Expertenzitate. Fachmedien suchen bei aktuellen Themen Stimmen aus der Praxis. Wer schnell, präzise und mit einer klaren Einordnung antwortet, wird wieder angefragt. Jedes Zitat mit Name, Funktion und Firma stärkt die Entität.
    • Gastbeiträge in Fachmedien. Gerade bei erklärungsbedürftigen B2B-Themen sind fundierte Fachbeiträge in den Medien Ihrer Zielgruppe wertvoller als eine breite Medienmitteilung.
    • Fallbeispiele mit Kunden. Ein Projektbericht, den auch der Kunde oder ein Branchenmedium publiziert, erzeugt eine Erwähnung mit konkretem Kontext: Branche, Problem, Ergebnis.
    • Auftritte, die online dokumentiert sind. Referate an Fachanlässen, Podiumsdiskussionen und Webinare erscheinen auf den Programmseiten der Veranstalter, oft mit Kurzbiografie und Firmenbeschreibung.

    Was nach unserer Erfahrung selten wirkt: eine Medienmitteilung, die nur auf einem Verteilerportal liegt. Sie ist kaum je die Seite, die ein Assistent für eine Anbieterfrage öffnet. Und was alles verbindet: Die Beschreibung Ihrer Firma sollte in allen Quellen gleich lauten, mit demselben Namen, derselben Spezialisierung und demselben Standort. Je einheitlicher die Angaben, desto eher kann ein Modell Sie eindeutig zuordnen.

    Was Sie lassen sollten

    • Gekaufte Listenplätze ohne Kennzeichnung. Gesponserte Beiträge und Einträge sind legitim, solange sie als solche erkennbar sind. Ein gekaufter erster Platz in einer «unabhängigen» Bestenliste ist es nicht, und er ist für Ihre Firma ebenso ein Reputationsrisiko wie für das Medium.
    • Linkkauf als Abkürzung. Ein Paket mit fünfzig Artikeln auf Blogs, die niemand liest und kein Assistent zitiert, verbessert weder Rankings noch KI-Antworten. Was Google dazu sagt und was Sie für Ihr Geld tatsächlich bekommen, steht in Backlinks kaufen in der Schweiz.
    • Masseneinträge. Hundert Verzeichnisse mit uneinheitlichen Daten schaden der Zuordnung eher, als dass sie nützen. Zehn Einträge in den Quellen, die in Ihrer Kategorie zitiert werden, mit einheitlicher Beschreibung, sind mehr wert.
    • Gekaufte oder erfundene Bewertungen. Sie verstossen gegen die Regeln aller grossen Bewertungsplattformen und fallen früher oder später auf.

    Die Wirkung messen

    Digital PR für KI-Sichtbarkeit lässt sich messen, aber auf drei Ebenen, nicht nur in Clippings:

    1. Platzierung: Stehen Sie auf den Seiten Ihrer Quellenkarte, an welcher Position und mit welcher Beschreibung? Das ist die direkte Arbeitskennzahl.
    2. Zitierung: Taucht die neue Quelle in den Antworten auf, und werden Sie dort genannt, wo die Quelle zitiert wird?
    3. Nennungsrate: Steigt der Anteil der Antworten aus Ihrem Prompt-Set, in denen Ihre Firma vorkommt, über alle Systeme hinweg?

    Dazu kommen Besuche, die über die neuen Quellen und über KI-Assistenten auf Ihre Website kommen. Wie man diesen Traffic in GA4 sauber erfasst und welche Kennzahlen ins Quartalsreporting gehören, beschreibt KI-Sichtbarkeit messen. Die realistische Erwartung: Bewegungen in der Nennungsrate sind nach einem Quartal messbar, ein stabiler Kanal entsteht über zwei bis drei Quartale.

    SEO, Online-PR und Redaktion: wer was macht

    Wer einen Partner für diese Arbeit sucht, sucht eigentlich drei Kompetenzen auf einmal: die Quellenanalyse aus dem SEO- und GEO-Bereich, redaktionelles Können für Fachbeiträge und Profile und die Beziehungen zu Redaktionen. Selten liegt alles bei einer einzigen Stelle, und das muss es auch nicht. Entscheidend ist, dass die Quellenkarte die Prioritäten setzt und nicht die Medienliste.

    Bei der Auswahl helfen diese Fragen, egal ob an eine SEO-Agentur, eine PR-Agentur oder ein internes Team:

    1. Zeigen Sie uns zuerst, welche Seiten die KI-Assistenten in unserer Kategorie zitieren, bevor Sie Medien ansprechen?
    2. Wie trennen Sie redaktionelle von bezahlten Platzierungen, und wie kennzeichnen Sie bezahlte?
    3. Wer schreibt die Fachbeiträge, und versteht diese Person unser Thema gut genug für Fachmedien?
    4. Arbeiten Sie auch in den anderen Landessprachen, wenn unsere Kunden auf Französisch oder Italienisch fragen?
    5. Woran messen Sie den Erfolg: an Clippings oder an Platzierungen, Zitierungen und Nennungen in KI-Antworten?

    Gerade bei erklärungsbedürftigen B2B-Produkten ist der dritte Punkt entscheidend. Ein Fachmedium übernimmt keinen Beitrag, der an der Oberfläche bleibt, und ein Assistent zitiert keine Erwähnung, die nicht sagt, was Sie konkret können.

    Wie Hierarchy das angeht

    Hierarchy ist eine Full-Funnel-Marketing- und KI-Agentur in Zürich, seit über zehn Jahren im Geschäft und spezialisiert auf SEO, GEO und Paid Ads. Die Quellenarbeit ist ein fester Teil unserer GEO-Arbeit: Wir erstellen die Quellenkarte für Ihre Kategorie über mehrere KI-Assistenten, priorisieren die Seiten mit dem grössten Hebel, bereiten Profile, Belege und Fachbeiträge vor und messen, ob die Platzierungen in den Antworten ankommen. Klassische Medienarbeit kann bei Ihrem Kommunikationsteam oder Ihrer PR-Agentur bleiben; sie bekommen von uns die Quellenkarte und die Prioritäten. Leistungen und Pakete stehen auf der Seite unserer GEO-Agentur.

    Fazit

    Digital PR zahlt auf die KI-Sichtbarkeit ein, wenn sie dort ansetzt, wo die Assistenten ihre Antworten herholen. Das sind in jeder Branche andere Bestenlisten, Portale, Verbände und Fachmedien, und genau deshalb steht am Anfang keine Medienliste, sondern eine Quellenkarte. Wer auf den zitierten Seiten steht, möglichst weit oben und mit einer klaren Beschreibung, wird deutlich öfter empfohlen. Der Weg dorthin ist seriöse Arbeit mit Belegen, Fachbeiträgen und gepflegten Profilen, keine gekaufte Abkürzung.

    Wo Ihre Firma heute steht, zeigt der kostenlose KI-Sichtbarkeits-Check: Er prüft, ob ChatGPT, Gemini und Claude Sie nennen und welche Mitbewerber stattdessen auftauchen.

    Quellen

    Tenzin Langdun

    Über den Autor

    Mitgründer von Hierarchy · SEO-, GEO- & KI-Experte

    Tenzin Langdun ist Mitgründer von Hierarchy und leitet dort SEO und GEO: die Sichtbarkeit von Firmen in Google, in Googles KI-Antworten und in Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Claude. Er verantwortet auch die hauseigenen Datenstudien, darunter die KI-Sichtbarkeits-Studie Zürich mit 1'515 KI-Antworten zu 5'110 Firmen. Er bringt über 10 Jahre Marketingerfahrung in Strategie, Paid Acquisition und SEO mit und war bei KPMG, EY, Siemens, Adnovum und LGT tätig, in KI, Cybersecurity, Audit und Consulting sowie im Software Engineering für die Versicherungsbranche und für den Banken- und Finanzsektor. Er hat einen BSc der ZHAW und einen MSc in Artificial Intelligence der University of Bath. Seine Forschung zur KI-gestützten Erkennung von Schilddrüsenkrebs ist 2024 in Scientific Reports (Nature Portfolio) erschienen und wurde mit dem Siemens Excellence Award 2024 und dem Lab Sciences Award 2024 der ZHAW ausgezeichnet.